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04.09.2013

14:53 Uhr

Syrien-Krise

Sechs Millionen Menschen auf der Flucht

Die Bombardierungen treiben Millionen Syrer in die Flucht. Sie leben unter schwersten Bedingungen, werden in den Nachbarstaaten mittlerweile angefeindet. Die internationalen Hilfen reichen längst nicht aus.

Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kommen mit der Registrierung der Flüchtlinge kaum nach. ap

Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kommen mit der Registrierung der Flüchtlinge kaum nach.

Istanbul/BeirutIm Libanon, 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, versuchen Helfer in einem notdürftig eingerichteten Zeltlager, die immer zahlreicher werdenden Flüchtlinge zu versorgen. Allein in der vergangenen Woche kamen 15 000 Syrer auf der Flucht vor Bürgerkrieg und einem drohenden Militärschlag ins Nachbarland. Und der Strom der Hilfesuchenden reißt nicht ab. Viele landen in Al-Mardsch, einem Camp mit 41 großen Zelten und 22 Wasch- und Toilettenanlagen. Ein bestialischer Gestank umgibt das Lager, die provisorischen Unterkünfte reichen für so viele Menschen längst nicht aus.

Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kommen mit der Registrierung der Flüchtlinge kaum nach. Eingereiht in einer Warteschlange steht Umm Imad. Sie warte schon seit fünf Uhr morgens in der sengenden Sonne, sagt sie. Noch immer sind zehn Menschen vor ihr dran. „So will uns Präsident Baschar al-Assad sehen – nach Essen und Wasser bettelnd“, klagt sie.

Die nächsten wichtigen Termine in der Syrien-Krise

Mittwoch, 11. September

12. Jahrestag der Terroranschläge in den USA.

Dienstag, 17. September

Auftakt der 68. Session der UN-Vollversammlung. Etwa zu dieser Zeit will auch das Expertenteam, das den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersucht, seinen Bericht vorlegen.

Sonntag, 22. September

Bundestagswahl in Deutschland.

Dienstag, 24. September

Beginn der diesjährigen Generaldebatte der UN-Vollversammlung mit Rede von US-Präsident Obama.

Auch Fatima ist betrübt: „Ich bin wegen der heftigen Bombardierungen aus dem Umland von Damaskus geflüchtet.“ Nun wünsche sie sich, sie wäre dort geblieben, „anstatt um Unterkunft und Essen betteln zu müssen“. Das Flüchtlingslager Al-Mardsch soll die Menschen nach dem Willen der libanesischen Behörden nur vorübergehend beherbergen. Die Lage dort dürfte sich daher kaum verbessern.

Der Libanon ist ein kleines Land mit vielen eigenen Problemen. Die Regierung hat kein Interesse an Flüchtlingslagern, die sich - wie im Fall der Palästinenser - über Jahrzehnte hinweg zu dicht besiedelten Slums entwickeln könnten. Im Syrienkonflikt trägt der Libanon aber inzwischen die Hauptlast der Flüchtlingskrise. Von den zwei Millionen aus Syrien geflohenen Menschen sind gut 716 000 in dem Nachbarland, dass selbst nur vier Millionen Einwohner hat. Das birgt neuen Zündstoff - denn auch die Libanesen sind gespalten in Unterstützer und Gegner des Assad-Regimes in Damaskus. Dieser tiefe Konflikt führt immer wieder zu tödlichen Gefechten und Anschlägen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 16:50 Uhr

Das sind einige der Konsequenzen der Machtpolitik der USA, Saudiarabiens und Katars, die den syrischen "Bürgerkrieg" (sowie die vorgebliche "arabischen Frühlinge") angefacht haben und mit Geld und militärischer Ausrüstung und Ausbildung am Laufen halten - um einen Regimewechsel zu bewerkstelligen.

Es geht vordergründig um Religion (oder angeblich auch um "Demokratie") in Wirklichkeit aber um den Militärhafen Rußlands, um die Gasfelder des östlichen Mittelmeers und um Gaspipelines durch Syrien (entweder die sunnitsiche aus Katar oder die schiitische aus Iran) also um die Kontrolle der Energieversorgung Europas - und letztendlich geht es um die Einkreisung Rußland und Chinas (und das Abschneiden Chinas von Rohstoffen): "Full Spectrum Dominance" der Anglo-Amerikanischen Eliten. Welt-Herrschaft und totale Kontrolle der Menschherde durch wenige.

Dieses löbliche Ziel - das übrigens nicht nur in Syrien "exekutiert" wird - muß uns doch das Leiden von Millionen ANDERER Menschen und jegliche Gräueltaten "unserer" Al-Kaida Steinzeit-Terroristen Wert sein, nicht wahr? Es ist schließlich für einen guten Zweck und wir sind schließlich die "Guten". Obama garantiert dafür! Und die Musterdemokratie des Hauses Saud erst recht.

Rainer_J

04.09.2013, 23:53 Uhr

Zitat:"Sechs Millionen Menschen auf der Flucht"

Wer glaubt dieser Bilderberger-Scheiße eigentlich.

Mit "Sechs Millionen" wird offenbar häufig gelogen.

Frank3

05.09.2013, 06:10 Uhr

IST ES NICHT SOGAR LÜGENDE FRECHHEIT NUR ASSAD SCHULD AN FLÜCHTENDE ZU GEBEN ?
FRECHE LÜGE !!! UND warum sind bei n-tv gerade ( 6 Uhr Nachricht ) ES NUR 2 Millionen Flüchtlinge ? WEIL wer LÜGT , UM WAHRHEIT ZU ERSCHAFFEN , die BENUTZBAR BRAUCHT
WARUM LESE NICHT AUCH wer , GERADE NEBENBEI , CHRISTEN ABSCHLACHTET ? WEIL es NICHT Assad ist .

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