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16.09.2013

20:55 Uhr

Syrien-Krise

UN-Bericht bestätigt Einsatz von Nervengas Sarin

Der Bericht der UN-Waffeninspektoren bestätigt, dass nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus Nervengas eingesetzt wurde. Der Westen will nun den Druck auf Syrien erhöhen, Russland warnt vor militärischen Strafmaßnahmen.

UN-Inspektoren finden Beweise für Giftgaseinsatz

Video: UN-Inspektoren finden Beweise für Giftgaseinsatz

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New York/Paris/AnkaraDie UN-Waffeninspektoren haben nach eigenen Angaben zahlreiche Beweise für den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg gefunden. In ihrem am Montag vorgelegten Bericht machten sie jedoch auftragsgemäß keine Aussagen dazu, wer für den von ihnen untersuchten Angriff auf Vororte der Hauptstadt Damaskus am 21. August verantwortlich sei.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte allerdings umgehend, es bestehe „kein Zweifel“, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hinter dem Angriff stecke. Auch die UN-Gesandten Großbritanniens und der USA erklärten, die Verantwortung Assads sei nun erwiesen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofs.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Gemeinsam mit seinen Kollegen aus den USA und Großbritannien, John Kerry und William Hague, forderte Fabius in Paris eine starke und robuste Resolution der Vereinten Nationen, in der der Führung in Damaskus feste Fristen zur Zerstörung ihres Chemiewaffenarsenals gesetzt werden. Fabius zeigte sich zuversichtlich, dass es darüber im UN-Sicherheitsrat eine Einigung mit dem Assad-Verbündeten Russland geben werde.

Russland hat gemeinsam mit dem fünften Veto-Mitglied China bereits mehrere Syrien-Resolutionen zu Fall gebracht. Russland und Assad machen die Rebellen für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

16.09.2013, 09:52 Uhr

Jetzt sollte nur noch geklärt werden, wer den syrischen Al-Kaida-Terroristen ihre Chemiewaffen wegnimmt, und dann, wer sie Israel (von den USA wage ich gar nicht zu sprechen) und vor allem wer sie SAUDiarabien wegnimmt - und natürlich WER für die Giftgas-Angriffe WIRKLICH verantwortlich ist (daß es sie gab ist wohl zweifelsfrei).

Warum kommt eigentlich die große Schuld dieses SUPER-TOTALITÄREN SAUD-Regimes, das sämtliche westliche Werte verletzt und das die Al-Kaida-Terroristen in Syrien sowohl finanziert, als auch sehr wahrscheinlich mit Chemiewaffen für False-Flags versorgt, WARUM kommen die Verbrechen des Clans der SAUD in der Presse NIE ZUR SPRACHE?

Vielleicht gibt dieser Link eine Antwort:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/09/nach-genf-eilt-kerry-zu-seinen-chefs.html

Um eine Wiederholung zu vermeiden, MÜSSEN die Verantwortlichen für diesen versteckten Angriffskrieg und sämtliche daraus resultierenden Gräuel vor ein internationales Strafgericht.

Zahlmeister

16.09.2013, 17:58 Uhr

Es wurde aber nicht geklärt, wer das Giftgas eingesetzt hat. Somit gibt es auch keinen Grund für einen Überfall auf Syrien !

Account gelöscht!

16.09.2013, 18:05 Uhr

Alles Schattenkämpfe, solange unsere Medien -wie auch das HB- gleichgeschaltet sind und sich einer substantiellen kritischen Berichterstattung, besonders über das eigene politische Lager, selbst versagt! Eine nüchterne Abwägung von vorhandenen Fakten zur Giftgasanwendung und der seriösen Diskussion über mögliche Konsequenzen, sieht jedenfalls anders aus!

Wir bekommen auf dieser Seite der politischen Hemisphäre doch nur die Informationen aufbereitet, die unserem politischen System genehm sind. Das ist auch kein Wunder, sofern man sich die weiterhin gültigen Besatzungsstatuten für die Medien aus dem Jahre 1949 vergegenwärtigt.

Die große Masse des Volkes glaubt das, was in der eigenen Zeitung steht und die selbst überzeugten s.g. "Informierten" - s. SANTOS- verinnerlichen die profane Kost mit großem Enthusiasmus auf der Basis einer Doktrin. Die Göbbel'schen Propaganda-Techniken funktionieren nach wie vor.

Bei denjenigen, die etwas mehr von der Welt gesehen haben können die kollektiven Reaktionen aufgrund der tendenziös aufbereiteten medialen Darstellungen nur verständnisloses Erstaunen hervorrufen.

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