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26.07.2012

03:39 Uhr

Syrien-Krise

UN holen 150 Beobachter nach Hause

Die Lage in Syrien spitzt sich zu, die Gewalt tobt ungehemmt weiter. Die UN holen die Hälfte ihrer Beobachter nach Hause, die Türkei schließt Grenzen und weitere syrische Diplomaten kehren dem Regime den Rücken.

Die Hälfte der UN-Beobachter kommen nach Hause. dpa

Die Hälfte der UN-Beobachter kommen nach Hause.

DamaskusDie UNO hat vor dem Hintergrund der ausufernden Gewalt in Syrien die Hälfte ihrer 300 Beobachter abgezogen. Die UN-Beobachtermission arbeite nun hinsichtlich der Zahl der Mitglieder und der Ausstattung auf einer „reduzierten Basis“, sagte der Chef der UN-Blauhelmeinsätze, Hervé Ladsous, am Mittwoch in Damaskus. Die Türkei schloss unterdessen aus „Sicherheitsgründen“ teilweise ihre Grenzen.

Rund 150 Beobachter hätten das Land am Dienstagabend und Mittwoch verlassen und würden „nicht zurückkommen“, sagte ein Mitglied der Mission der Nachrichtenagentur AFP.

Der UN-Sicherheitsrat hatte das Mandat für die Beobachter in der vergangenen Woche nochmals um 30 Tage verlängert. Die USA hatten jedoch erklärt, dass die Verlängerung nur dazu diene, den Beobachtern einen „sicheren und geordneten Rückzug“ zu ermöglichen.

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Die Beobachtermission sollte eine Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Baschar al-Assad überwachen, die jedoch nie eingehalten wurde. Mehrfach wurden die Beobachter daran gehindert, Orte zu besuchen, teils wurden sie auch selbst beschossen.

Der türkische Wirtschaftsminister Zafer Caglayan sagte, Staatsbürger seines Landes dürften vorerst nicht mehr nach Syrien, die Übergänge blieben aber für Handelsfahrzeuge und Flüchtlinge offen.

Türkische Bürger dürften Syrien aber weiterhin verlassen, verlautete aus dem türkischen Außenministerium. An den Grenzposten auf syrischer Seite hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe zwischen Rebellen und der syrischen Armee gegeben.

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In Syrien hielten die Kämpfe an, besonders die Wirtschaftsmetropole Aleppo stand den sechsten Tag in Folge unter schwerem Beschuss. Ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) sagte AFP, eine „große Anzahl von Soldaten“ sei aus der Provinz Idlib abgezogen und nach Aleppo entsandt worden.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge beschoss die Armee mehrere Stadtteile. Landesweit wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Mittwoch 108 Menschen getötet, unter ihnen 57 Zivilisten.

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