Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2012

13:07 Uhr

Syrien

Mehr als 300 Tote bei Kämpfen

Es war der blutigste Tag seit Beginn des Aufstands gegen Präsident al-Assad. Laut Staatsfernsehen hat die Armee die Kontrolle über das Viertel Midan zurückgewonnen. Der syrische Sicherheitschef stirbt nach dem Anschlag.

Rauch steigt aus dem Viertel Midan am Donnerstag auf. dapd

Rauch steigt aus dem Viertel Midan am Donnerstag auf.

Damaskus/ BerlinVor dem Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan hat die Gewalt in Syrien noch einmal zugenommen: Während eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts in immer weitere Ferne zu rücken scheint, lieferten sich syrische Regierungstruppen und Oppositionelle erbitterte Kämpfe um die Hauptstadt Damaskus. Einige Rebellen feierten den Angriff auf das Machtzentrum von Präsident Baschar Assad und das Attentat auf seine Vertraute bereits als Anfang vom Ende des verhassten Regimes. Doch dessen Truppen eroberten am Freitag ein aufständisches Viertel der Stadt wieder zurück. Die Armee habe das Viertel von den „Resten bezahlter Terroristen gereinigt“, hieß es im syrischen Staatsfernsehen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren sieben Panzer und zwei Truppentransportern gegen die Aufständischen im Einsatz.

Die Organisation meldete zudem heftige Kämpfe aus den Vierteln Kafar Susse und Hadschar al-Aswad im Südwesten und Süden der Hauptstadt. Auch das im Osten von Damaskus gelegene Viertel Kabun sei erstmals mit 15 Panzern und Truppentransportern angegriffen worden.

Seit dem Wochenende liefern sich Rebellen und Regierungstruppen in Damaskus heftige Gefechte. Stimmen die Angaben von Menschenrechtsaktivisten, war der heutige Donnerstag aber der bisher blutigste Tag seit Beginn der Auseinandersetzungen im März 2011. Mehr als 300 Menschen sollen getötet worden sein. Demnach wurden bei Kämpfen und dem Vorgehen der Armee gegen die Opposition 139 Zivilisten, 98 Soldaten und 65 Rebellen getötet.Beobachter sehen den seit 16 Monaten andauernden Konflikt an einem Wendepunkt.

Ein AFP-Fotograf berichtete, dass Aufständische nach heftigen Kämpfen in der Provinz Idlib den Grenzübergang Bab al-Hawa zur Türkei kontrollieren. Rund 150 schwer bewaffnete Kämpfer befinden sich demnach an dem Grenzposten, vor dem die ausgebrannten Wracks türkischer Lastwagen liegen. Zuvor hatte die irakische Regierung bereits erklärt, syrische Rebellen hätten die Kontrolle über sämtliche Grenzübergänge zum Irak übernommen. Zudem erlag ein viertes Mitglied des inneren Machtzirkels von Assad, der nationale Sicherheitschef General Hischam Ichtijar, laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens am Freitag den Verletzungen, die er bei dem Anschlag vom Mittwoch erlitten hatte.

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU). dapd

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU).

Nach der Blockade einer neuen Syrien-Resolution durch Russland und China gehen die Bemühungen im UN-Sicherheitsrat um eine Verlängerung des am (heutigen) Freitag auslaufenden Mandats für die Beobachtermission in dem Land weiter. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, er habe einen neuen Resolutionsentwurf in Umlauf gebracht, der die Mission der unbewaffneten Beobachter ein letztes Mal um 30 weitere Tage verlängern würde.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ich_kritisch

20.07.2012, 11:37 Uhr

Verrückt - warum muss ich nur bei Syrien immer wieder an die Zeit "Bader-Meinhoff" hier in Deutschland denken.
Da lief hier die Polizei auch mit MGs rum. Ich selbst wurde damals, hoch schwanger und auf Wohnungssuche, mit meinem Mann aus unserem Auto gezeert. Wir waren verdächtig weil wir langsam an den Häusern vorbei gefahren waren.

Wie hätte Deutschland damals reagiert wenn mehr Menschen sich für Bader-Meinhoff entschieden hätten? Wie hätte der Staat reagiert wenn die Länder des Nahen Ostens damals gesagt hätten "Bader-Meinhoff" hat Recht und die Deutsche Regierung muss abdanken?

karma

20.07.2012, 11:45 Uhr

Schrecklich diese vielen Toten

Und das alles nur, um davon abzulenken, dass die faulen Dolce-Vita Länder mit ihrem Halli-Galli Verhalten den ganzen Euro gerade kaputt machen.

Aber gerade die Spanier waren noch nie zimperlich, wenn andere für ihren Wohlstand abgeschlachtet wurden.

Ich_kritisch

20.07.2012, 11:58 Uhr

Was bitte haben die Spanier mit syrien zu tun?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×