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30.05.2013

02:40 Uhr

Syrien

Mehrheit der Rebellen will keine Demokratie

Nach Einschätzung von UN-Ermittlern streben die meisten syrischen Rebellen keine Demokratie an. Währenddessen sorgen die Kämpfe für immer mehr Gewalt und Todesopfer. Doch Baschar al-Assad gibt nicht nach.

Eine Frau auf einem schiitischen Kämpferfriedhof in Damaskus. Reuters

Eine Frau auf einem schiitischen Kämpferfriedhof in Damaskus.

Paris/BeirutDie meisten syrischen Rebellen streben nach Einschätzung von UN-Ermittlern keine Demokratie an. Zudem bringe der Bürgerkrieg in Syrien immer schlimmere Gräueltaten zum Vorschein, sagte der Chef der UN-Untersuchungskommission zu Syrien, Paul Pinheiro, am Mittwoch zu Journalisten in Paris. "Die Mehrheit der Aufständischen hat keine demokratischen Gedanken oder Bestrebungen", ergänzte der brasilianische Diplomat.

Die ausländischen Kämpfer hätten die Aufständischen radikalisiert. Der nächste Bericht der Kommission solle am 4. Juni veröffentlicht werden. Die Ermittler stützen ihre Erkenntnisse auf Aussagen von Augenzeugen und Opfern. Angesichts der zunehmenden Gewalt werde der Bericht fürchterlich ausfallen.

Staatschef Baschar al-Assad hat jedoch nicht vor, nachzugeben. Am Mittwoch hat er seinen Willen zu einer dritten Amtszeit als Präsident verkünden lassen. "Wenn das Volk ihn will, wird er sich bewerben, wenn nicht, wird er es nicht tun", sagte Außenminister Walid al-Muallim dem in Libanons Hauptstadt Beirut ansässigen Fernsehsender Mayadeen. Auf jeden Fall werde Assad "bis zur nächsten Präsidentschaftswahl" Staatschef bleiben.
Die Außenminister der Europäischen Union (EU) hatten am Montagabend entschieden, das Waffenembargo gegen Syrien auslaufen zu lassen. Der Bürgerkrieg in Syrien hat bereits mehr als 80.000 Menschen das Leben gekostet und droht zu einem Flächenbrand zu werden, der Konflikte vor allem zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen über Grenzen hinweg aufbrechen lässt.

Kommentare (18)

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Paladin

30.05.2013, 06:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

30.05.2013, 07:56 Uhr

Was die "Rebellen" wollen oder nicht ist komplett irrelevant - etwa so irrelevant wie es die Menschenrechte der Leute vor Ort für die krokodilstränen weinenden westlichen Politiker sind.

Warum es bei der ganzen Angelegenheit, diesem Stellvertreterkrieg (wie auch beim Libyenkrieg) geht, ist die Kontrolle über die künftige Gasversorgung Europas. Die "Teams", die hierzu in Syrien angetreten sind:

Gasprom (aka Rußland) mit Assad, Irak, Iran für die sogenannte schiitischen Gasleitung aus dem Iran ans Mittelmeer/Türkei via Syrien

Angloamerikanische/europäische Energiekonzerne (aka USA,mit ihrem Vasallen EU/Nato) mit "Rebellen" (ihre Marionetten) Katar (als Mitfinanzier) und den Rest der arabischen Staaten (mit den Symphatisanten Israel, eventuell Türkei) für die "sunnitische" Gaspipeline des Gasfeldes von Katar.

Darum geht es - alles andere ist wie immer in solchen Fällen reines "Gewäsch" der Systemmedien als Ablenkung bzw. als "Erklärung" für den geopolitisch besonders uninteressierten bzw. naiven Teil der westlichen Bevölkerung - der zunehmend dünner wird, dh. immer mehr Leute blicken durch die "Matrix".
Daß das HB solche Artikel unkommentiert bringt, spricht Bände darüber, was sie von ihren Lesern halten.

Hier kann man es (den Gesamtkomplex "Gaskriege" ums östliche Mittelmeer) detaillierter nachlesen:

http://www.zerohedge.com/news/2013-05-27/europe-ends-arms-embargo-syrian-rebels-desperate-break-russian-natgas-export-monopol

Engdahl, ein FREIER Journalist und ausgewiesener geopolitischer Energie-Experte zum Gasreichtum im Östlichen Mittelmeer
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/die-krise-in-griechenland-und-verborgene-oelkriege.html

Das alles wird seltsamerweise schon seit Jahren in den Medien LAUTSTARK verschwiegen - wohl bis dann, wenn alle Schlachten geschlagen sind und die Zeit reif ist zum Abkassieren für die angloamerikanischen Ölkonzerne und ihre europäischen und arabischen Vasallen.

Account gelöscht!

30.05.2013, 08:16 Uhr

Hier noch etwas mehr Hintergrund zur Syrienfrage durch Herrn Engdahl, der auch Licht auf die israelischen Angriffe auf Syrien und die Wiederaufnahme der Waffenlieferung an die "Rebellen" wirft, so wie plausibel macht, warum die militärischen Machtblöcke im östlichen Mittelmeer gerade ihre Flotten auffahren
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/wird-syrien-fuer-die-usa-zum-neuen-vietnam-.html

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