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06.12.2012

06:31 Uhr

Syrien

Militär bereit für Chemiewaffeneinsatz

Die Angst ist groß, dass Syriens Staatschef Assad Chemiewaffen gegen das eigene Volk einsetzen könnte. Die USA warnen das Regime in Damaskus. Doch angeblich machen sich Assads-Truppen schon für den Einsatz bereit.

Die Angst unter Assads Gegner vor einem Einsatz von C-Waffen ist groß.l dapd

Die Angst unter Assads Gegner vor einem Einsatz von C-Waffen ist groß.l

DamaskusDas syrische Regime soll nach Informationen des US-Fernsehsenders NBC den Einsatz von Fliegerbomben mit tödlichem Nervengift vorbereiten. Das Militär warte auf den Befehl von Präsident Baschar al-Assad, solche Chemiewaffen gegen aufständische Bürger einzusetzen, meldete der Sender unter Berufung auf namentlich nicht genannte amerikanische Regierungsbeamte. Die vorbereiteten Bomben seien aber noch nicht an Bord syrischer Kampfflugzeuge.

Sollte Assad den Einsatzbefehl geben, könne die Welt nach Aussage eines US-Beamten „wenig unternehmen, um das zu stoppen.“ Die Nato hatte Assad bereits mit Konsequenzen gedroht, sollte er zu Chemiewaffen greifen.

Wirren um syrische Chemiewaffen

Seit wann verfügt Syrien über Chemiewaffen?

Das syrische Chemiewaffenprogramm soll in den 70er und 80er Jahren mit Hilfe der Sowjetunion entwickelt worden sein, um die Abschreckung gegen das Nachbarland Israel zu erhöhen. Laut einem Bericht der Washingtoner Denkfabrik CSIS von 2008 soll Syrien anschließend von der Unterstützung des Iran bei der Entwicklung von Chemiewaffen profitiert haben.

Um welche Art von Waffen handelt es sich und wo sind diese gelagert?

Öffentlich zugängliche Informationen über das Arsenal existieren praktisch nicht, da Syrien nicht Mitglied der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen ist. Nach Einschätzung der Brookings Institution in Washington verfügt Syrien aber über ein hochentwickeltes Chemiewaffenprogramm, zu dem Senfgas, Saringas und das tödliche Nervengas VX gehört.

Laut einer Untersuchung des Zentrums für Studien zur Nicht-Verbreitung (CNS), gibt es in Syrien mindestens vier, möglicherweise fünf Chemiewaffenfabriken, die nahe der Städte Damaskus, Aleppo und Hama liegen. US-Beamte hatten im Februar die Zahl der zum Schutz der Waffen nötigen Einsatzkräfte auf 75.000 Mann beziffert. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" von diesem Monat wurden Chemiewaffen zuletzt womöglich an andere Orte gebracht.

Wie ist Syrien bislang mit den Waffen umgegangen?

Die syrischen Chemiewaffen sind bisher noch nie zum Einsatz gekommen, auch nicht bei Konflikten mit Israel wie dem Libanonkrieg 1982. Der zur Opposition übergelaufene Ex-Botschafter Syriens im Irak, Nawaf Fares, hatte in der vergangenen Woche gesagt, Syriens Machthaber Baschar al-Assad könnte die Chemiewaffen gegen die Aufständischen einsetzen und habe dies womöglich schon getan. Am Montag dann erklärte Damaskus, die Waffen "niemals" gegen die syrische Bevölkerung einzusetzen, schloss aber einen Einsatz im Fall eines "ausländischen Angriffs" nicht aus.

Wie sind die internationalen Reaktionen angesichts der möglichen Gefahr durch die Waffen?

Die USA haben Syrien zuletzt aufgefordert, die Sicherheit bei der Lagerung der Chemiewaffen zu gewährleisten, andernfalls werde die internationale Gemeinschaft die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Israel zeigte sich insbesondere besorgt, sollten Chemiewaffen in den Wirren des Syrien-Konflikts der libanesischen Hisbollah-Miliz in die Hände fallen. Auch Jordaniens König Abdullah II. hatte gewarnt, das bereits in Syrien präsente Terrornetzwerk Al-Kaida könne von dem Chaos in Syrien profitieren und "schlimmstenfalls" an Chemiewaffen gelangen.

US-Außenministerin Hillary Clinton warnte Assad erneut vor einem solchen Schritt. „Unsere Sorge ist, dass ein zunehmend verzweifelter Assad auf Chemiewaffen setzt oder die Kontrolle über diese Waffen an eine der vielen Gruppen verliert, die jetzt in Syrien operieren“, sagte sie in Brüssel nach Beratungen der Nato-Außenminister. Die Nato-Staaten seien sich „absolut einig in der unmissverständlichen Botschaft, dass damit eine rote Linie überschritten würde und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden“.

Die Befürchtungen hinsichtlich eines Chemiewaffeneinsatzes waren in den vergangenen Tagen angesichts militärischer Erfolge der syrischen Opposition gewachsen. Die Truppen Assads geraten im Kampf gegen die Aufständischen zunehmend in die Defensive. Die Rebellen erklärten am Mittwoch, sie hätten nach sechstägiger Belagerung einen Militärflughafen im Umland der Hauptstadt Damaskus eingenommen. Das Kräfteverhältnis hatte sich etwas verschoben, nachdem sich die Rebellen vor einigen Wochen Luftabwehr-Waffen beschaffen konnten.

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Am Mittwoch starben landesweit mindestens 100 Menschen, berichteten die Regimegegner. Am Dienstag seien 160 Menschen getötet worden, meldete die in London ansässige Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter. Unter den Toten sollen 40 Soldaten sein.

Die USA traten Spekulationen entgegen, dass es bereits konkrete Asylangebote für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gebe. Ungeachtet von Berichten über mehrere Kontaktaufnahmen Assads in Lateinamerika gebe es keine Anhaltspunkte für ein formelles Angebot, den Diktator aufzunehmen. Das erklärte der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Mark Toner.

Der US-Regierung sei bekannt, dass Assads Mitarbeiter Kontakt zu Ländern wie Kuba, Venezuela und Ecuador aufgenommen hätten. Sie kenne jedoch keine Details. Die USA hätten den betreffenden Ländern klargemacht, dass sie Verantwortung gegenüber der syrischen Bevölkerung trügen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

06.12.2012, 07:13 Uhr

was für ein unglaublicher SCHWACHSINN!!

nach den Chemiewaffen baut Syrien dann bestimmt auf einmal an der Atombombe und dann... ja dann... also spätestens DANN.. MÜSSEN wir Angst haben..

...wer glaubt denn diesen Mist eigentlich noch?
(Irakkrieg I - Brutkastenlüge, Irakkrieg II - Massenvernichtungswaffen bla bla, Syrien "Bürgerkrieg" von den "Bürgern" 95% aus dem Ausland -lt. BND Schätzung- kommen und von dort finanziert werden...) langsam wirds lächerlich.

heute ist ja Nikolaus, vielleicht sollte Knecht Ruprecht mal bei der Killary vorbeischaun..

Account gelöscht!

06.12.2012, 08:01 Uhr

"Das Militär warte auf den Befehl von Präsident Baschar al-Assad, solche Chemiewaffen gegen aufständische Bürger einzusetzen, meldete der Sender unter Berufung auf namentlich nicht genannte amerikanische Regierungsbeamte."
____
In den letzten Wochen war die Kriegshetze gegen Syrien etwas ruhiger geworden, aber jetzt, nach den US-Wahlen wird wohl der finale Schlag vorbereitet. Wer schon mehr oder weniger im Voraus weiß, wie natürlich die USA, dass Assad Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen wird, wird Mittel und Wege finden, dieses der Welt auch zu demonstieren. Solche Geschichten kennen wir doch zur Genüge ! Die syrische Bevölkerung, die angeblich vor diesem "bösen Machthaber" geschützt werden soll, ist Obama nebst Anti-Assad Welt doch sch....egal. Syrien hat mein Mitgefühl in Anbetracht all der Feinde, die diesem kleinen Land gegenüber stehen. Auch wenn Syrien zugibt Chemiewaffen zu besitzen(und welches Land besitzt die nicht) und Assad kein Chorknabe ist, glaube ich den Worten dieses Mannes mehr, als das, was aus dem Munde einer Clinton, Obama & Co. kommt wenn Assad sagt, er will die Ch-Waffen nicht benutzen; schon gar nicht gegen die eigene Bevölkerung.

Es ist so traurig, weil die ganze westliche Mainstream-Presse sich vor den Propaganda-Gaul spannen lässt und feindliche Stimmung gegen Syrien verbreitet. SIE, ich meine all die, die wissentlich diese Lügen verbreiten und somit einem möglichen Krieg schüren, wie können Sie sich tagtäglich selbst ertragen ? Es ist doch ein so ungerechter Kampf; Syrien gegen fast den Rest der Welt. Ich wünsche Syrien alle "guten Geister" auf seiner Seite !!

Account gelöscht!

06.12.2012, 21:05 Uhr

Seht euch lieber mal an, was für eine verruchte Mörderbande wir unterstützen:
http://www.youtube.com/watch?v=L7CraMFlbeM
http://www.youtube.com/watch?v=uNCUlOGWfZY
http://www.youtube.com/watch?v=FcWwCVR6gDY

All diese Videos zeigen von der FSA rekrutierte Kindersoldaten! Statt zu spielen oder in die Schule zu gehen, posieren sie mit Gewehren, rufen Allahu Akbar und werden von dieser Verbrecherbande aufgestachelt.

Wer ist hier der wahre Terrorist? Ein Präsident mit einer Armee, hinter denen das Volk steht, welche das Volk beschützt und bezahlte terroristen von außerhalb bekämpft?

Oder salafistische und wahabitische Extremisten aus der Golfregion, die, bezahlt von Petrodollars Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichten, sich nicht ansatzweise an das Kriegsrecht halten? Die politisch andersdenkende Zivilisten auf den Straßen totprügeln und hinrichten?

Wäre es wirklich ein Bürgerkrieg zwischen Syrern, die ihr Land lieben und einem despotischen Diktator, dann würden diese Patrioten niemals die Zukunft ihres Landes als Kanonenfutter missbrauchen.

Aber ihr vom Handelsblatt und auch jede andere Zeitung schreibt blind nach eurem Dogma, welches die Welt in Schwarz und Weiß trennt, in gut und böse, in die NWO und ihre Feinde. Ich würde mich schämen...

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