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30.07.2012

20:45 Uhr

Syrien-Mission

Bewaffnete greifen Beobachter an

Syriens Staatschef Assad verliert offenbar weiter an Rückhalt, setzt aber die Gewalt gegen das eigene Volk unvermindert fort. Am Wochenende sollen auch UN-Beobachter angegriffen worden sein.

Der Chef der Syrien-Mission der Vereinten Nationen Babacar Gaye in Damaskus. AFP

Der Chef der Syrien-Mission der Vereinten Nationen Babacar Gaye in Damaskus.

New York/ London
In Syrien ist ein Konvoi unbewaffneter UN-Beobachter angegriffen worden. Der neue Chef der UN-Beobachtermission, der senegalesische General Babacar Gaye, und sein Team seien am Sonntag zwei Mal mit leichten Waffen beschossen worden, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag vor Journalisten in New York. Bei den Angriffen sei niemand verletzt worden, fügte der UN-Generalsekretär hinzu.

Gaye sagte unterdessen, die anhaltende Gewalt beider Konfliktparteien bei den Kämpfen um die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo erfülle ihn mit großer Sorge. "Meine Beobachter dort haben über eine Zunahme der Gewalt berichtet, wobei Hubschrauber, Panzer und Artillerie im Einsatz sind", fügte Gaye hinzu. Beide Seiten müssten das internationale humanitäre Völkerrecht einhalten und Zivilisten schützen.

Noch vor Bekanntwerden der Angriffe war der ranghöchste syrische Diplomat in London von seinem Posten zurückgetreten. Er protestierte damit gegen die brutale Unterdrückung des syrischen Aufstands. Der Geschäftsträger Chaled al-Ajubi habe das Außenministerium am Montag darüber informiert, dass er seine Aufgaben in der syrischen Botschaft in London niedergelegt habe, teilte das Ministerium mit. „Er hat uns gesagt, dass er nicht länger bereit ist, ein Regime zu repräsentieren, das solch gewalttätige Akte der Unterdrückung gegen das eigene Volk begangen hat“, hieß es in der Erklärung.

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Der Rücktritt al-Ajubis sei ein weiterer „Schlag"“ für die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad, erklärte das Foreign Office weiter. Er sei der ranghöchste syrische Vertreter in London gewesen. Sein Rücktritt zeige die „Abscheu und Hoffnungslosigkeit“, die das Vorgehen der syrischen Regierung und der Armee sowohl in Syrien als auch im Ausland auslösten. Das Ministerium appellierte an weitere Menschen aus dem Umfeld von Assad, al-Ajubis Beispiel zu folgen.

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Die Lage spitzt sich weiter zu, das Blutvergießen treibt Tausende Syrer in den benachbarten Libanon. Wer Geld und Kontakte hat, reist nach Europa weiter. Viele andere stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Ende Mai hatte Großbritannien al-Ajubis Vorgänger sowie zwei weitere Diplomaten ausgewiesen. Syrien selbst hatte bereits zuvor seinen Botschafter aus London abgezogen. Assad lässt in Syrien seit fast anderthalb Jahren einen Aufstand blutig niederschlagen. Am Samstag startete die Armee in der Protesthochburg Aleppo eine Offensive. Seitdem wird in der Stadt erbittert gekämpft.

Kommentare (2)

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MisterP

30.07.2012, 20:23 Uhr

Wie wäre es mit einer gezielten Aktion gegen diesen Irren?

Arme Welt - Danke vor allem an Russland und China - Ich frage mich wieso man einen 100 % Entscheidung benötigt. Es gibt immer Einen oder Zwei die Interessen haben - Verbrecher zu stützen.

Krankes System des UN-Sicherheitsrats!

Account gelöscht!

30.07.2012, 22:56 Uhr

rofl ... momentan sieht es eher gut aus für Assad und mehr als schlecht für die Leute, die schon seit Januar in Berlin an der Nachfolgeregierung für Syrien gearbeitet haben.
Da die USA es wohl kaum hinnehmen werden, in Syrien nicht den gleichen "Erfolg" erreicht zu haben wie im Irak, in Lybien etc., werden wir vermutlich in den nächsten Tagen irgendeinen Gewaltakt gegen die USA oder die NATO erleben, bspw. könnte der eine alte US-Flugzeugträger versenkt werden, der sowieso ausgemuster werden sollte - selbstverständlich versenkt von Assad. Bei false flag - Aktivitäten waren die USA schon immer spitze.

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