Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.08.2012

03:58 Uhr

Syrien-Mission

USA und Russland schieben sich Schuld für Annan-Rückzug zu

Nach nicht einmal einem halben Jahr im Amt gibt der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan seinen Posten auf. Während sich die USA und Russland die Schuld dafür zuschieben, sehen andere die Beobachtermission in Gefahr.

Kofi Annan gibt auf

Video: Kofi Annan gibt auf

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

New YorkDer Syrien-Sondergesandte Kofi Annan gibt auf. Der im Auftrag von UN und Arabischer Liga seit Monaten um eine diplomatische Lösung des Bürgerkriegs in dem arabischen Land bemühte frühere UN-Generalsekretär bat beide Organisationen am Donnerstag, sein am 31. August auslaufendes Mandat nicht zu verlängern.

Einer der Gründe für seinen Schritt seien die gegenseitigen Schuldzuweisungen unter den Mitgliedern des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bedauerte die Entscheidung und kündigte Gespräche mit der Arabische Liga über einen Nachfolger an.

„Ohne ernsten, entschlossenen und vereinten internationalen Druck, auch von den Mächten der Region, ist es mir wie auch jedem anderen unmöglich, an erster Stelle die syrische Regierung - und auch die Opposition - zu zwingen, mit den nötigen Schritten für einen politischen Prozess zu beginnen“, sagte der 74-jährige Annan am Donnerstag in Genf. „Während das syrische Volk verzweifelt nach Taten verlangt, gehen die gegenseitigen Schuldzuweisungen im Sicherheitsrat weiter“, kritisierte Annan.

Mit Annans Entscheidung schwinden die Aussichten auf eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts weiter. Diplomaten zufolge haben die USA und Golf-Anrainer zunehmend frustriert auf Annans Beharren auf einer Verhandlungslösung reagiert. Aus ihrer Sicht sind alle Möglichkeiten dafür ausgeschöpft. Hinzu kommt der Streit unter den fünf Vetomächten im Rat über Sanktionen gegen Präsident Baschar al-Assad. Russland und China haben mit ihrem Veto drei Syrien-Resolutionen zu Fall gebracht.

Kofi Annan gibt sein Amt als UNO-Gesandter für Syrien auf. AFP

Kofi Annan gibt sein Amt als UNO-Gesandter für Syrien auf.

Die USA und Russland reagierten mit gegenseitigen Schuldzuweisungen auf Annans Rücktritt. Der Schritt werfe ein Licht auf die Blockadehaltung Russlands und Chinas, erklärte das US-Präsidialamt.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Harlemjump

02.08.2012, 18:42 Uhr

Ein Mann mit Rückgrat, der sich nicht von den politischen Interessen der Konfliktparteien instrumentalisieren läst.

Chapeau!

Account gelöscht!

02.08.2012, 19:32 Uhr

Was soll er auch Vermitteln, wenn überhaupt keine friedliche Lösung gewollt ist.

Obwohl er sich dessen bewusst war, hat er nicht aufgegeben. Hätte er etwas mehr Unterstützung in den Medien erhalten, dann hätte es sich vielleicht noch anders Entwickelt.

Doch Frieden ist hier nicht mehr erwünscht.

Specter

02.08.2012, 20:11 Uhr

"Mit Blick auf die Haltung Russlands und Chinas beklagte der UN-Generalsekretär die "anhaltende Spaltung" des Sicherheitsrats in der Syrien-Frage, die ein "Hindernis für die Diplomatie" geworden sei. Moskau und Peking verhindern mit ihrem Veto eine schärfere Resolution des Sicherheitsrates gegen Assad."

Das hat er gar nicht gesagt. Kritisiert hat er den ganzen UN-Sicherheitsrat. Was für Propaganda.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×