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12.10.2013

11:43 Uhr

Syrien

Opposition wirft Regime neue Massaker vor

Während die Vernichtung des C-Waffenarsenals in Syrien läuft, sollen syrische Soldaten nach Angaben der Opposition rund 130 Männer getötet haben. Menschenrechtsorganisation erheben derweil Vorwürfe gegen Rebellengruppen.

Ein Land in Trümmern. Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 mehr als 100.000 Menschen getötet worden. dpa

Ein Land in Trümmern. Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 mehr als 100.000 Menschen getötet worden.

BeirutSyrische Regierungssoldaten sollen nach Angaben der Opposition im Großraum Damaskus ein weiteres Massaker verübt haben. Die Soldaten - unter ihnen auch irakische schiitische Milizionäre - hätten rund 130 Männer in der Nähe der Ortschaft Al-Dhijabija getötet, sagte der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Luai al-Mekdad, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, das „neue Massaker“ zu untersuchen.

Der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter in London, Rami Abdel Rahman, hatte zunächst keine genauen Informationen über den Vorfall. Die syrische Armee habe die Gegend gestürmt, sagte er. Es gebe aber noch keine weiteren Erkenntnisse. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete indes erneut „Säuberungsaktionen gegen Terroristen“ in der Region.

Assads Streitkräfte gehörten zu den stärksten der arabischen Welt

Truppenstärke

In der Theorie verfügen die Streitkräfte über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine. 2009 wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien.

Paramilitär und Miliz

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al-Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz der Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad den Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt.


Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine hat zwei Fregatten zur Verfügung. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

Erst am Freitag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) syrischen Rebellengruppen vorgeworfen, sie hätten im August mehr als 190 Zivilisten getötet und Hunderte Geiseln genommen. Die Täter gehörten zu islamistischen Organisationen, darunter die Al-Nusra-Front und die Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Am 4. August griffen demnach mehrere Rebellengruppen etwa zehn Dörfer der alawitischen Minderheit in der nordsyrischen Küstenregion Latakia an.

Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Mitarbeiter der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) arbeiten derzeit in dem Land an der Vernichtung des C-Waffenarsenals. Die OPCW wurde am Freitag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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12.10.2013, 15:08 Uhr

O-Ton Terroristen
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Die Soldaten - unter ihnen auch irakische schiitische Milizionäre - hätten rund 130 Männer in der Nähe der Ortschaft Al-Dhijabija getötet, sagte der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Luai al-Mekdad, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.
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Nur Männer - na sowas.

Sollten die wahabitischen Terroristen hier versuchen, das Ergebnis von Kampfhandlugen als Masssaker zu verkaufen?

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