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02.03.2017

00:53 Uhr

Syrien

Rätselraten um Luftangriff auf US-Verbündete

Assads Armee rückt in Palmyra vor. Derweil melden die USA, Russen hätte syrische Rebellen bombardiert, die gegen den IS kämpfen. Das Pentagon geht von einem Versehen aus. Doch Russland bestreitet, dort geflogen zu sein.

In diesem Foto von 2016 stehen Soldaten der syrischen Armee auf den Ruinen eines Tempels in der Stadt Palmyra. Erneut sollen sie zu der vom IS gehaltenen Stadt vorgerückt sein. Doch die Kämpfe in Syrien werden immer komplexer. Reuters, Sascha Rheker

Palmyra

In diesem Foto von 2016 stehen Soldaten der syrischen Armee auf den Ruinen eines Tempels in der Stadt Palmyra. Erneut sollen sie zu der vom IS gehaltenen Stadt vorgerückt sein. Doch die Kämpfe in Syrien werden immer komplexer.

Washington/Moskau/DamaskusRussische und syrische Kampfflugzeuge haben nach Darstellung des US-Verteidigungsministeriums versehentlich Stellungen syrischer Rebellen bombardiert, mit denen die USA zusammenarbeiten. Die Kampfflieger hätten vermutlich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) treffen wollen, sagte US-General Stephen Townsend am Mittwoch. Stattdessen seien aber Aufständische in mehreren Dörfern nordöstlich von Aleppo unter Feuer genommen worden, die der von den USA geführten Anti-IS-Koalition angehören.

Die US-Kräfte hätten über ihre Koordinierungs-Kanäle die russischen Streitkräfte auf den Fehler hingewiesen, das Feuer sei daraufhin eingestellt worden. Es habe Verletzte gegeben, sagte Townsend, ohne jedoch Zahlen zu nennen. Der Angriff sei ein Beispiel dafür, wie komplex der Einsatz in Syrien geworden sei, so Townsend. Die Sorge sei, dass es zu weiteren versehentlichen Fehlschlägen kommen könne.

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Das russische Verteidigungsministerium widersprach der US-Darstellung. Russische und syrische Kampfflugzeuge hätten keine zuvor von den US-Streitkräften genannten Positionen unter Beschuss genommen, teilte die Behörde in Moskau mit.

Bereits vor dem Luftangriff sei mit amerikanischen Kräften kommuniziert worden - ein US-Offizier habe dabei die Befürchtung geäußert, dass pro-amerikanische Kämpfer verletzt werden könnten. Dies habe das russische Militär zur Kenntnis genommen, hieß es in einer Mitteilung aus Moskau. Daraufhin sei es in der Region weder zu russischen noch von der syrischen Regierung verübten Luftangriffen gekommen.

Syrische Regierungstruppen erreichen Palmyra

Unterdessen ist die syrische Armee ist nach Angaben von Beobachtern in Außenbezirke der Stadt Palmyra eingedrungen. Es gebe heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Zuvor hatte auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtet, dass größere Gebiete im Umland der antiken Oasenstadt unter Kontrolle der Armee seien.

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In der kruden Weltsicht der Terrormiliz IS stammt das Weltkulturerbe in Palmyra aus einer „Zeit des Unglaubens“. Deshalb richtet sich die Zerstörungswut der militanten Islamisten immer wieder gegen die historische Stadt.

Die antiken Ruinen von Palmyra zählen seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Terrormiliz IS kontrolliert die gesamte Stadt bereits zum zweiten Mal im Lauf des syrischen Bürgerkriegs. Erstmals hatten die Extremisten Palmyra im Mai 2015 eingenommen und mehrere historische Gebäude und Tempelanlagen zerstört. Rund zehn Monate später konnten syrische Regierungskräfte die Stadt mit Hilfe russischer Luftangriffe wieder unter ihre Kontrolle bringen. Allerdings fiel Palmyra im Dezember vergangenen Jahres erneut in die Hände der Islamisten.

Die syrische Armee versucht zusammen mit Verbündeten und mit Unterstützung der russischen Luftwaffe, den IS aus Palmyra zu vertreiben. Auch die historische Zitadelle am Rande der Stadt sei unter Beschuss genommen worden, hieß es aus Militärkreisen.

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