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24.11.2015

20:32 Uhr

Syrien

Rebellen schießen russischen Such-Hubschrauber ab

Rebellen in Syrien haben einen russischen Hubschrauber abgeschossen, der nach der Mannschaft des zerstörten Kampfjets suchen sollte. Bundeswirtschaftsminister Gabriel kritisiert indes die „schwierige Rolle“ der Türkei.

Russischer SU-24 Bomber in Syrien: „Türkei spielt in diesem Konflikt eine schwierige Rolle.“ dpa

Russischer Kampfjet

Russischer SU-24 Bomber in Syrien: „Türkei spielt in diesem Konflikt eine schwierige Rolle.“

AnkaraEin russischer Hubschrauber ist während der Suche nach der Mannschaft eines abgeschossenen Kampfjets selbst vom Himmel geholt worden. Russische Militärsprecher bestätigten am Dienstag, dass der Helikopter in Syrien von Rebellen abgeschossen worden und ein Crewmitglied getötet worden sei.

Der Hubschrauber hatte nach dem russischen Kampfjet gesucht, der am Dienstag von der Türkei abgeschossen worden war. Die Türkei sah ihren Luftraum verletzt; russische Beamte bestreiten aber, dass das Militärflugzeug in den türkischen Luftraum eingedrungen sei.

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US-Präsident Barack Obama hat Russland und die Türkei zur Zurückhaltung aufgefordert. Beide Länder müssten eine Eskalation vermeiden: „Die Türkei hat wie jedes Land das Recht, ihr Territorium und ihren Luftraum zu verteidigen“, sagte Obama. „Für uns ist es sehr wichtig klarzumachen, dass Russen und Türken jetzt miteinander sprechen und herausfinden, was genau geschehen ist, und dass sie jede Art der Eskalation vermeiden.“

Auch Hollande appellierte an Russland und die Türkei, eine Verschärfung der Lage zu vermeiden. Ähnlich äußerte sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Das Militärbündnis sei solidarisch mit seinem Mitglied Türkei und unterstütze dessen territoriale Unverletzlichkeit, sagte Stoltenberg. Erkenntnisse der Nato deuten außerdem darauf hin, dass das abgeschossene Kampfflugzeug zuvor tatsächlich den türkischen Luftraum verletzt hat. „Die Informationen, die wir von anderen Alliierten haben, stimmen mit dem überein, was wir von der Türkei bekommen haben“, sagte Stoltenberg.

Vizekanzler Sigmar Gabriel kritisierte das Vorgehen Ankaras in der Syrien-Krise scharf. „Erstmal zeigt der Zwischenfall, dass wir einen Spieler dabei haben, der nach Aussage von verschiedenen Teilen der Region unkalkulierbar ist: Das ist die Türkei und damit nicht die Russen“, sagte der SPD-Chef. „Dass die Russen jetzt die Konfrontation auslösen durch die Verletzung des Luftraums, darf einen ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Türkei dort in diesem Konflikt eine schwierige Rolle spielt.“

Gabriel (SPD) sagte, er hoffe, dass kein Schaden für die angestrebte internationale Koalition unter Einbeziehung Russlands gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) entstehe. „Aber denkbar ist das natürlich“, fügte er hinzu. Putin habe „eher ein hohes Interesse“, in Syrien eine konstruktive Rolle zu spielen. „Ob das gefährdet ist, kann ich nicht sagen“, meinte der Bundeswirtschaftsminister.

Die türkische Regierung hatte am Vormittag bestätigt, im syrisch-türkischen Grenzgebiet ein Flugzeug abgeschossen zu haben. Ankara wirft Moskau vor, türkischen Luftraum verletzt zu haben. Russland weist das zurück.

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