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15.12.2016

04:34 Uhr

Syrien

Rebellen schüren Hoffnung auf Waffenruhe in Aleppo

Mit Hilfe aus Russland und Iran haben Assads Truppen Aleppo fast zurückerobert – auf Kosten der Zivilbevölkerung. Eine Evakuierung scheiterte. In der Nacht zum Donnerstag scheint sich das Blatt zu wenden.

Rückeroberung von Aleppo

Zwischen Bombenhagel und Hoffnungschimmer

Rückeroberung von Aleppo: Zwischen Bombenhagel und Hoffnungschimmer

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Aleppo/Beirut/Brüssel/BerlinIn Aleppo soll Angaben von Rebellen zufolge am frühen Donnerstag ein neuer Versuch für die Evakuierung des Ostens der Stadt anlaufen. Die Umsetzung einer entsprechenden Vereinbarung beginne in den kommenden Stunden, sagte ein Vertreter der Rebellengruppe am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Wie diese Vereinbarung zustande gekommen ist, blieb aber zunächst unklar. Der libanesischen Hisbollah-Miliz zufolge ist eine neue Feuerpause nicht sicher. Die Verhandlungen seien sehr kompliziert.

Aktivisten berichteten von neuen Luftangriffen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete heftigen Beschuss der verbliebenen Rebellengebiete Aleppos. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, die Armee und verbündete Milizen hätten den bislang heftigsten Angriff auf die oppositionellen Milizen begonnen.

Keine Hoffnung in Aleppo: „Wir wollen raus“

Keine Hoffnung in Aleppo

„Wir wollen raus“

Die Busse für den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Aleppos Rebellengebieten standen schon bereit – herausgebracht aber wurde trotzdem niemand. Woran ist das ausgehandelte Abkommen gescheitert?

In der Nacht schien sich die Lage zu beruhigen: Einwohner aus dem von Rebellen kontrollierten kleinen Gebiet im Osten Aleppos berichteten, die Intensität der Luftangriffe und des Beschusses habe abgenommen. Auch in den von der Regierung kontrollierten Teilen sei es ruhig, hieß es aus Regierungskreisen.

Ein Vertreter der Rebellengruppe Dschabha Schamija erläuterte, die Evakuierung solle um 5.00 Uhr (MEZ) morgens beginnen. Zunächst sollten etwa 1000 Verletzte Ost-Aleppo verlassen. Die gesamte Evakuierung solle innerhalb von drei Tagen abgeschlossen werden. Die Vereinbarung sieht nach Angaben der Gruppe Nur al-Din al-Sinki auch vor, in zwei Ortschaften in der Provinz Idlib etwa 15.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Sie sind wegen der Belagerung durch Regierungsgegner eingeschlossen.

Eigentlich sollten Tausende Zivilisten und Rebellen bereits am Mittwoch Aleppo verlassen können. Ein entsprechendes Abkommen scheiterte jedoch. Heftige Kämpfe und Luftangriffe machten die Hoffnung der Zivilisten auf Rettung zunichte. Busse, die Verletzte und Zivilisten aus dem Kampfgebiet bringen sollten, wurden nicht genutzt, wie eine Reuters-Reporterin berichtete.

Aleppo: Luftaufnahmen des zerstörten Ostteils der Stadt

Video: Aleppo: Luftaufnahmen des zerstörten Ostteils der Stadt

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Die Vereinten Nationen erhoben gegen die syrischen Regierungstruppen und deren Verbündete schwere Vorwürfe. Die Bombardierungen von Zivilisten seien wahrscheinlich Kriegsverbrechen, erklärte der Hochkommissar für Menschenrechte, Seid al-Hussein. Nach Erkenntnissen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnten die Regierungstruppen weiter vorrücken. Die Bundesregierung forderte Syriens Alliierte Russland und Iran auf, für ein Ende des Leids zu sorgen.

Die Evakuierung Ost-Aleppos hatten Russland und die Türkei ausgehandelt. Der mit Präsident Baschar al-Assad verbündete Iran habe jedoch Bedingungen gestellt, sagten Vertreter der UN und der Rebellen.

Die Türkei, Russland und der Iran planen nun einen Syrien-Gipfel. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Mittwoch dem Sender TGRT: „Wir bemühen uns hart darum, eine Waffenruhe im gesamten Land (Syrien) herzustellen und Gipfel zu beginnen, um eine politische Lösung zu finden.“ Eine Zusammenkunft werde am 27. Dezember in Moskau stattfinden, an der Russland und der Iran teilnehmen würden. Die Türkei unterstützt Rebellen im Kampf gegen die syrische Regierung. Russland und der Iran haben sich hingegen dafür eingesetzt, die Regierung an der Macht zu halten.

Kommentare (8)

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15.12.2016, 08:30 Uhr

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15.12.2016, 08:31 Uhr

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