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15.11.2016

23:48 Uhr

Syrien

Rebellen vertreiben den IS aus Kabassin

Nach eigenen Angaben haben Rebellen eine strategisch wichtige Stadt im Norden Syriens erobert. Die Türkei unterstützt die Truppen – und hofft nun darauf, dass diese den kurdischen Kämpfern in al-Bab zuvorkommen.

Von der Türkei unterstützte Rebellen beim Vormarsch auf die vom IS kontrollierte syrische Stadt al-Bab. Kurdische Kämpfer nähern sich derselben Gegend vom Osten her. Reuters

Kämpfer in Syrien

Von der Türkei unterstützte Rebellen beim Vormarsch auf die vom IS kontrollierte syrische Stadt al-Bab. Kurdische Kämpfer nähern sich derselben Gegend vom Osten her.

AmmanIm Norden Syriens haben von der Türkei unterstützte Rebellen nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Stadt von der radikal-islamischen IS-Miliz erobert. Kabassin sei unter ihrer Kontrolle, teilte ein Feldkommandeur der Rebellengruppe Ahrar al Scham am Dienstag im Internet mit. Damit sei das letzte größere Hindernis auf dem Weg in die vom IS kontrollierte Stadt al-Bab bei Aleppo genommen.

"Wir sind auf geringen Widerstand gestoßen", sagte der Kommandeur. Kabassin sei die wichtigste Verteidigungslinie für al-Bab gewesen. "Nun können wir diese Stadt an mehreren Fronten angreifen. Die Schlacht hat schon begonnen." Die arabischen Rebellen wären damit den kurdischen Kämpfern zuvorgekommen, die von Osten aus auf al-Bab vorrücken.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

Für die Türkei wäre es ein wichtiger Sieg, sollte die von ihr unterstützten arabischen Rebellen al-Bab erobern und nicht die kurdischen Einheiten. Das türkische Militär hatte im August eine Offensive gestartet, um die Grenze sowohl gegen den IS als auch gegen die Kurden zu sichern. Die Regierung in Ankara befürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits ihrer Grenze und damit einen Aufwind für die nach Autonomie strebenden Kurden im eigenen Land.

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Al-Bab liegt rund 30 Kilometer südlich der türkisch-syrischen Grenze. Auch von der zwischen syrischen Regierungstruppen und Aufständischen heftig umkämpften Großstadt Aleppo ist al-Bab rund 30 Kilometer entfernt.

Sollten die Rebellen al-Bab erobern, könnten davon auch die Gegner der Regierungssoldaten profitieren. In al-Bab, das ein Drehkreuz für die Extremisten war, haben sich nach Angaben der Rebellen noch Dutzende IS-Kämpfer verschanzt. Die meisten Bewohner der Stadt seien geflohen.

Von

rtr

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