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27.07.2012

18:15 Uhr

Syrien

Rebellen werden heimlich mit Waffen versorgt

Die syrischen Rebellen werden offenbar heimlich mit Waffen beliefert. Insidern zufolge haben die Türkei, Saudi-Arabien und Katar einen geheimen Anti-Assad-Stützpunkt in der türkischen Stadt Adana eingerichtet.

Die syrischen Rebellen werden Insidern zufolge aus dem Ausland mit Waffen beliefert. dapd

Die syrischen Rebellen werden Insidern zufolge aus dem Ausland mit Waffen beliefert.

Doha/DubaiDie Türkei, Saudi-Arabien und Katar versorgen die syrischen Rebellen nach Angaben von Insidern in den Golfstaaten heimlich mit Waffen. Demnach haben die drei Staaten in der südtürkischen Stadt Adana einen geheimen Stützpunkt für die Gegner von Präsident Baschar al-Assad aufgebaut.

„Es sind die Türken, die das Sagen in dem Stützpunkt haben", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person in der katarschen Hauptstadt Doha der Nachrichtenagentur Reuters. In ihren Händen liege hauptsächlich Koordination und Versorgung.

Die türkische Regierung bestritt, die Rebellen mit Waffen auszurüsten. Die saudiarabische Regierung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Adana liegt rund 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Auf syrischer Seite ist es nicht weit bis zur Wirtschaftsmetropole Aleppo, dem Ort der derzeit schwersten Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen. In Adana liegt auch der US-türkische Luftwaffenstützpunkt Incirlik. Nach den Angaben war es zunächst unklar, ob der Rebellen-Stützpunkt auf dem Gelände der Luftwaffen-Basis oder woanders im Stadtgebiet liegt.

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Alle Waffen für die Rebellen stammen aus russischer Produktion, sagte die Quelle in Doha. Grund sei, dass die Aufständischen damit umgehen könnten. Viele von ihnen sind aus der syrischen Armee desertiert, die seit Jahrzehnten vor allem von Russland und davor von der ehemaligen Sowjetunion ausgerüstet wird. „Alle Waffen stammen vom Schwarzmarkt", sagte der Insider weiter. Eine Schlüsselrolle im Stützpunkt spielten Spezialisten aus Katar. Diese hätten beim Sturz des libyschen Herrschers Muammar Gaddafi Erfahrung gesammelt.

Die Errichtung des Stützpunktes wurde nach Angaben aus Kreisen in Katar vom Staatsekretär im saudiarabischen Außenministerium, Prinz Abdulasis bin Abdullah al-Saud, bei einem Türkei-Besuch angeregt. Nach Angaben von früheren Mitarbeitern der US-Sicherheitskräfte soll auch der Abschuss eines türkischen Kampfjets durch das syrische Militär vergangenen Monat eine Rolle gespielt haben. Nach dieser Darstellung haben die Türken ihre Hilfen für Rebellen daraufhin verstärkt.

Kommentare (3)

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beobachter

27.07.2012, 18:48 Uhr

Was daran heimlich sein soll, angesichts von Waffenlieferungen mit panzerbrechender Urankernmunition bleibt schleierhaft, führt man sich die Propagandavideos dieser "Rebellen", bezahlte Import-Söldner wäre eigentlich zutreffender, einmal etwas genauer vor Augen.

Noch erstaunlicher, sieht man sich die umfassende propagandistisch intendiert wirkende Berichterstattung aus Syrien einmal an: ovon Heimlichen Waffenlieferungen kann doch nun wirklich keine Rede mehr sein.

Thomas-Melber-Stuttgart

27.07.2012, 18:59 Uhr

Ah, die Türkei ist ein "safe haven" für Terroristen? So wie Afghanistan seinerzeit? Was sagt das Völkerrecht dazu? Würde Herr Erdogan in ähnlicher Weise mit Deutschland verfahren so wie er es mit Syrien praktiziert?

Account gelöscht!

27.07.2012, 19:19 Uhr

Import-Söldner ist ein sehr passender Ausdruck, von "aussen" bezahlt, gesteuert und mit Waffen versorgt; warum das Ganze ist ja mittlerweile ausreichend bekannt. Hier ein aufschlussreicher Bericht; unbedingt lesen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html#Drucken

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