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08.02.2017

13:23 Uhr

Syrien

Regierung dementiert Massenhinrichtungen

Nachdem Amnesty International mit erschreckenden Zahlen für Aufsehen sorgte, weist die syrische Regierung die Vorwürfe zurück. Die fälschliche Darstellung der Hinrichtungen sei „irreführend und aufhetzend“.

Eine undatierte Illustration zeigt das Gefängnis 30 km nördlich von Damaskus. dpa

Militärgefängnis Saidnaja

Eine undatierte Illustration zeigt das Gefängnis 30 km nördlich von Damaskus.

BeirutDie syrische Regierung hat einen Bericht von Amnesty International zu Massenhinrichtungen von bis zu 13.000 Menschen in einem Gefängnis nahe Damaskus zurückgewiesen. Die Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation seien „völlig unwahr“ und Teil einer Hetzkampagne, teilte das syrische Justizministerium am Mittwoch mit. Die Anschuldigungen seien zudem unbegründet, weil Urteile zu Exekutionen in Syrien nach einer ordnungsgemäßen Bearbeitung und verschiedenen Phasen von Rechtsverfahren gefällt würden.

„Irreführende und aufhetzende“ Medien hätten den Amnesty-Bericht verbreitet, um den Ruf der syrischen Regierung in der Welt zu schädigen, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht wurde. Dies sei die Intention gewesen, nachdem die Regierung „militärische Siege gegen Terrorgruppen“ errungen habe. Die politische Führung in Damaskus bezeichnet alle bewaffneten Gegner als „Terroristen“.

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Amnesty hatte in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht von grausamen Zuständen in einem syrischen Gefängnis gesprochen, das unter Gefangenen als „Schlachthaus“ bezeichnet worden sein soll. In der Haftanstalt nördlich von Damaskus wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation nach nur wenige Minuten dauernden Scheinprozessen bis zu 13.000 Menschen gehängt. In ihrem Bericht beruft sich Amnesty auf Interviews, die mit 31 früheren Insassen und mehr als 50 Behördenvertretern wie ehemaligen Wärtern und Richtern geführt wurden.

Syrische Regierungsvertreter kommentieren Vorwürfe zu Folter und Massenhinrichtungen eigentlich selten. Berichte, nach denen Regierungstruppen im Bürgerkrieg Massaker verübt haben sollen, haben sie als Propaganda durch Aktivisten zurückgewiesen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Old Harold

08.02.2017, 14:42 Uhr

...genau so "irreführend" wie Giftgasanlagen (die Syrien dann doch noch teilweise vernichtet hat).

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