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18.08.2015

13:18 Uhr

Syrien

Regierungstruppen machen wichtigen Boden gut

In den vergangenen Wochen waren syrische Aufständische verstärkt in die Ghab-Ebene eingedrungen. Diese grenzt an das wichtigste von Assad noch kontrollierte Gebiet. Nun haben die Regierungstruppen zurückgeschlagen.

Laut Beobachter kontrolliert Assad noch ein Viertel des Landes, einschließlich der wichtigsten Städte, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt. ap

Präsident Baschar al-Assad

Laut Beobachter kontrolliert Assad noch ein Viertel des Landes, einschließlich der wichtigsten Städte, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt.

BeirutIn Syrien gewinnen die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad in einer strategisch wichtigen Region Boden zurück. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Dienstag nahm die Armee vier Dörfer in der Ghab-Ebene ein. Diese grenzt an das Küstengebirge im Westen und damit an das wichtigste von Assad noch kontrollierte Gebiet.

Der Rückeroberung der Dörfer seien in der Nacht Dutzende Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen vorausgegangen. Ein syrischer Militärvertreter bestätigte das Vorrücken der Armee.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

In den vergangenen Wochen waren die Aufständischen verstärkt in die Ebene eingedrungen. Der Beobachtungsstelle zufolge kontrolliert Assad noch ein Viertel des Landes, einschließlich der wichtigsten Städte, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt. Den Großteil der nordwestlichen Provinz Idlib und wichtige Gebiete an der Südgrenze haben seine Truppen verloren. Im Mai hatte zudem die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) die in Zentral-Syrien gelegene Stadt Palmyra erobert.

Von

rtr

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