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04.01.2012

19:02 Uhr

Syrien

Regimegegner verlangen Eingreifen der UN

Die Gewalt in Syrien geht trotz des Einsatzes der arabischen Beobachter unvermindert weiter. Die verzweifelten Regimegegner erhöhen den Druck auf die UN. Doch die werden wohl die Sitzung der Arabischen Liga abwarten.

Demonstranten protestieren gegen Syriens Präsident al-Assad. Reuters

Demonstranten protestieren gegen Syriens Präsident al-Assad.

Damaskus/IstanbulIm syrischen Machtkonflikt steigt die Zahl der Todesopfer trotz Anwesenheit der Beobachtermission der Arabischen Liga weiter dramatisch an. Seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad hätten die Sicherheitskräfte und Milizen in Syrien mehr als 6150 Menschen getötet, teilte das sogenannte Koordinationskomitee der Revolution am Mittwoch mit. Die Protestbewegung fordert ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Einen vorzeitigen Abzug der Beobachter - wie von Oppositionsaktivisten gefordert - lehnte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, ab.

„Wir rufen die Vereinten Nationen auf, die schrecklichen Handlungen des Regimes zu beenden, die Verletzung der Menschenrechte in Syrien zu stoppen und die Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das syrische Regime dem internationalen Strafgerichtshof zu übergeben“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief.

Laut Opposition gab es die meisten Opfer in der Provinz Homs, wo seit März 2290 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. In der Hauptstadt Damaskus soll es 160 Tote gegeben haben. Am Mittwoch starben den Angaben zufolge landesweit 13 Menschen durch Angriffe der Sicherheitskräfte. Die Vereinten Nationen hatten am 12. Dezember erklärt, seit Beginn des Aufstandes seien schätzungsweise mehr als 5000 Menschen getötet worden. 

Oppositionsaktivisten warfen dem Assad-Regime erneut vor, die arabischen Beobachter gezielt hinters Licht zu führen. So seien Armeefahrzeuge umlackiert und als vermeintliche Polizeiautos weiter in den Städten eingesetzt worden, aus denen sie nach der Vereinbarung mit der Arabischen Liga hätten abgezogen werden müssen.

Außerdem soll es sich bei den von der Regierung freigelassenen Gefangenen nicht um Oppositionsaktivisten gehandelt haben. Freigelassen worden seien lediglich Menschen, die von den Sicherheitskräften kurz vor der Ankunft der Beobachter wahllos eingesammelt worden seien - mit dem Ziel, sie hinterher als freigelassene Regimegegner zu präsentieren, sagte der in die Türkei geflohene Oppositionsaktivist Mohammed Faiso der Nachrichtenagentur dpa. Damaskus hatte der Arabischen Liga die Freilassung aller politischen Gefangenen zugesagt.

Kommentare (1)

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Nastrowje

05.01.2012, 00:06 Uhr

Die bezahlten Natoschergen und Verbrecher fordern ein Eingreifen. Das ist doch klar. Ein Schmierentheater nach dem anderen. Die USA im Auftrag von Israel gegen die ganze Welt. Die Deutschen sollen mitmarschieren wie einst die Bayern unter Napoleon gegen Russland. Oder auch Afghanistan...

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