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14.09.2013

09:29 Uhr

Syrien-Resolution

USA versuchen es mit ein bisschen Frieden

Bewegung in der Syrienfrage: Russland signalisiert Bereitschaft, einer Uno-Resolution zuzustimmen. Washington ist bereit, auf die direkte Androhung von Gewalt zu verzichten und der Weg für einen Kompromiss ist frei.

Friedensgespräche über Syrien

USA und Russland beunruhigt

Friedensgespräche über Syrien: USA und Russland beunruhigt

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GenfErhebliche Fortschritte wurden in Genf nach Angaben aus Delegationskreisen bei den seit Donnerstag laufenden Gesprächen über technisch-organisatorische Einzelheiten der Chemiewaffen-Abrüstung erreicht. So hätten die USA und Russland ihre Erkenntnisse über Mengen und Standorte der syrischen Chemiewaffen abgeglichen und sich zudem über Möglichkeiten von Kontrollmaßnahmen verständigt.

Die USA und Russland haben bei ihren Genfer Verhandlungen über die Giftgas-Abrüstung in Syrien offenbar den Weg für einen Kompromiss frei gemacht. Washington sei jetzt unter bestimmten Voraussetzungen bereit, in einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates auf die direkte Androhung von Gewalt gegen das Regime in Damaskus zu verzichten, sagten Diplomaten in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

Unter scheinbar günstigen Vorzeichen gehen die Außenminister der USA und Russlands in den dritten Tag ihrer Verhandlungen zur Kontrolle des syrischen Chemiewaffenarsenals. US-Chefdiplomat John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow seien in Genf "offensichtlich an einem Wendepunkt angelangt" und hätten "Fortschritte im Hinblick auf eine gemeinsame Vereinbarung" erzielt, hieß es in der Nacht zum Samstag aus US-Delegationskreisen. Zweifel am Einsatz von Giftgas in Syrien gibt es laut UNO nicht mehr.

Nach einem mehrstündigen Verhandlungsmarathon unterbrachen die Unterhändler aus Washington und Moskau am Samstagmorgen gegen zwei Uhr ihre Beratungen, um sie später wieder fortzusetzen. In den Sitzungsräumen der Diplomaten herrschte ein ständiges Kommen und Gehen, zwischendurch setzten sich kleinere Verhandlungsteams ab und kamen dann wieder zu Beratungen in großer Runde mit ihren jeweiligen Regierungen zusammen. Lawrow zufolge soll in Genf endlich ein „Grundsatzabkommen“ erreicht werden, damit das syrische Chemiewaffenproblem „ein für alle Male gelöst wird“.

Die USA gehen davon aus, dass Syriens Machthaber Baschar al-Assad über tausend Tonnen an chemischen Kampfstoffen wie Senfgas, Sarin, Schwefel- und VX-Gas gebietet. Russland habe zu Beginn der Verhandlungen niedrigere Schätzungen vorgelegt, wobei nicht nur die Menge strittig sei, sondern auch, wo die Chemiewaffen gelagert seien und wie sie inmitten des tobenden Bürgerkriegs unschädlich gemacht werden könnten, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums.

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Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte sich nach der Androhung von Militärschlägen durch US-Präsident Barack Obama grundsätzlich bereit erklärt, alle Chemiewaffen aufzugeben. Am 21. August waren durch einen Angriff mit Giftgas nahe Damaskus nach Angaben der USA etwa 1400 Menschen getötet worden.

Die USA strebten nach Angaben von Diplomaten bei den Genfer Verhandlungen die Zustimmung Russlands zu einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates nach Kapitel VII der Uno-Charta an. Damit hätten Zwangsmaßnahmen wie Militärschläge gegen Syrien für den Fall völkerrechtlich abgesegnet werden können, dass Damaskus sich nicht an die inzwischen zugesagte Vernichtung seiner Chemiewaffenarsenale hält.

Russland lehnte dies strikt ab. Präsident Wladimir Putin wolle Washington keinen Freifahrtschein für ein militärische Vorgehen gegen Damaskus liefern, hieß es in diplomatischen Kreisen in Genf. Für Russland sei aber eine verbindliche Uno-Resolution akzeptabel, die sich auf Kapitel VI der Uno-Charta beruft.

Damit werde Syrien ebenfalls zur Vernichtung seiner Chemiewaffen verpflichtet. Jedoch müsste bei Zuwiderhandlungen zunächst erneut der Uno-Sicherheitsrat eingeschaltet werden. Dort verfügt Russland als eines der fünf ständigen Ratsmitglieder über ein Vetorecht.

Kommentare (7)

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lollipop

14.09.2013, 03:40 Uhr

"USA versuchen es mit ein bisschen Frieden"
_________________________

Ich nenne so eine Überschrift einfach Kriegstreiberei.

Account gelöscht!

14.09.2013, 03:55 Uhr

Reines Politik-Geplänkel!

Die USA wird die Kriegspläne mit aller Kraft weitervorantreiben, auch wenn im Moment gewisse Probleme bestehen, insbesondere auch daß die eigene Bevölkerung die absurden Lügen ihrer Regierung und des Propaganda-Apparates mittlerweile genauso durchschaut wie wir. Und auf die Kongressabgeordneten massiv Druck ausübt.

Hier eine gute Zusammenfassung der Kriegshetze der deutschen Presse (oft direkt übernommen von den amerikanischen Overlords):

http://www.welt.de/politik/ausland/article119983775/Al-Qaida-ruft-zu-neuen-Anschlaegen-in-den-USA-auf.html

(das HB kommt ziemlich gut weg, wird hier nicht prominent erwähnt)

Die immer größere Gleichschaltung der Presse und deren widerliche Kriegshetze (die insbesondere bei Libyen noch viel schlimmer war) zeigen, daß große Interessen (Stichwort Energieversorgung Europas, Gas) hinter diesen Angriffskriegen der Amerikaner stehen. Es geht nicht um humanitäre Fragen oder Giftgas sondern um knallharte wirtschaftliche Interessen und Machtpolitik - und da geben diese Verbrecher nicht so schnell auf.

Putin reagiert viel zu defensiv. Es wird Zeit, die Giftgas-Vorfalle (ALLE, nicht nur den letzten) gründlich zu untersuchen und die Ergebnisse vor die UNO bringen - genauso wie die Zusammenssetzung der "Rebellen" untersucht werden muß, insbesondere ob es sich mehrheitlich um Syrer oder um ausländischen Extremisten im Solde Saudi-Arabiens/Katars handelt. Sollte dies der Fall sein, dann müssen diese genannten Staaten (und Saudiararabien besitzt ebenfalls Sarin) für die Katastrophe Syriens zur Verantwortung gezogen werden.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/michael-snyder/obamas-psychopathische-rebellen-zerstueckeln-kleines-maedchen-bei-lebendigem-leibe.html

Die Verbrechen dürfen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden, nur weil es sich um die Übermenschen aus "gods own country" Obama-Amerika handelt oder um deren Verbündete. ZWEIERLEI MASS ist INAKZEPTABEL!

Stopt die Kriegstreiber

lollipop

14.09.2013, 04:00 Uhr

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