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05.12.2016

13:41 Uhr

Syrien

Russland und USA wollen über Aleppo verhandeln

Moskau ist Verbündeter der Regierung in Damaskus. Die USA unterstützen Rebellen gegen die syrische Regierung. Nun wollen die beiden Länder über das umkämpfte Aleppo verhandeln.

Die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Milizen haben bereits mehr als 60 Prozent des zuvor von den Aufständischen kontrollierten Ostteils Aleppos zurückerobert. Reuters

Aleppo

Die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Milizen haben bereits mehr als 60 Prozent des zuvor von den Aufständischen kontrollierten Ostteils Aleppos zurückerobert.

Beirut/MoskauRusslands Außenminister Sergej Lawrow hat Verhandlungen über die syrische Stadt Aleppo mit den USA angekündigt. Die Expertengespräche würden in Genf vermutlich an diesem Dienstag oder spätestens am Mittwoch beginnen, sagte er am Montag in Moskau.

Hauptthema sei der Abzug aller bewaffneten Gruppen aus dem Osten der umkämpften Stadt. Sollte dies gelingen, sei ein Waffenstillstand möglich, sagte Russlands Chefdiplomat der Agentur Interfax zufolge.

Nachdem er am vergangenen Freitag in Rom mit seinem US-Kollegen John Kerry gesprochen habe, sei er für die geplanten Verhandlungen in der Schweiz zuversichtlich. Moskau ist Verbündeter der Regierung in Damaskus. Die USA unterstützen Rebellen gegen die syrische Regierung.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Derweil haben Assads Truppen in Aleppo nach Angaben der Aufständischen weiter an Boden gewonnen. Ein wichtiger Bezirk im Ostteil der Stadt sei von der Armee eingenommen worden, sagte ein Rebellenvertreter am Montag zu Reuters. Auch in der südwestlich der Stadt gelegenen Rebellen-Provinz Idlib griff die syrische Armee mit russischer Luftunterstützung an. Bei Luftangriffen starben mindestens 73 Menschen, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Es seien auch Fassbomben abgeworfen worden. Sowohl Russland als auch die syrische Armee verneinen den Einsatz von Fassbomben.

Die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Milizen haben bereits mehr als 60 Prozent des zuvor von den Aufständischen kontrollierten Ostteils Aleppos zurückerobert. Die Armee geht davon aus, dass die vollständige Einnahme der Stadt nur noch eine Frage von Wochen ist. Ungeachtet der Rückschläge haben es Rebellenvertreter wiederholt abgelehnt, aus der belagerten Stadt abzuziehen. Seit der von russischen Kampfflugzeugen unterstützten Militäroffensive von Präsident Baschar al-Assads Truppen sind UN-Schätzungen zufolge bis zu 30.000 weitere Menschen aus der Stadt geflohen.

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