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19.03.2012

07:14 Uhr

Syrien

Schwere Kämpfe in Damaskus

Hubschrauber kreisen über der Stadt, Schüsse in den Straßen - in der syrischen Hauptstadt Damaskus liefern sich Regierungstruppen und Oppositionelle schwere Feuergefechte.

Mehrere Bombenexplosionen haben die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. dpa

Mehrere Bombenexplosionen haben die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert.

Amman/Doha/Kairo/DamaskusIn der syrischen Hauptstadt Damaskus ist es in der Nacht zum Montag Medienberichten zufolge zu Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee gekommen. In Damaskus haben sich Einwohnern zufolge Truppen von Präsident Baschar al-Assad heftige Gefechte mit oppositionellen Kämpfern geliefert. Einwohner hörten nach eigener Auskunft im stark gesicherten Bezirk Al-Mezze das Feuer schwerer Maschinengewehre und von Panzerabwehrraketen.

Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Eine Frau, die in der Gegend lebt, berichtete per Telefon von Explosionsgeräuschen. „Sicherheitspolizei hat verschiedene Seitenstraßen blockiert, und die Straßenbeleuchtung wurde ausgeschaltet“, sagte sie. Al-Mezze wird von einem starken Aufgebot an Sicherheitskräften bewacht. In dem Bezirk befinden sich Botschaften und Gebäudekomplexe der Geheimpolizei.

Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira unter Berufung auf Aktivisten meldete, seien im Al-Mezzeh-Viertel westlich des Stadtzentrums mindestens fünf Explosionen zu hören gewesen. Eine Aktivisten berichtete dem Sender telefonisch von schweren Schusswechseln. Außerdem würden Hubschrauber über dem Stadtteil kreisen. Sicherheitskräfte hätten den Bereich abgeriegelt. Nach Angaben des Senders sind in Al-Mezzeh auch mehrere Regierungseinrichtungen und Botschaften untergebracht.

Die Kämpfe in Damaskus folgten auf ein blutiges Wochenende, an dem bei einer Serie von Anschlägen in der syrischen Hauptstadt und der zweitgrößten Stadt Aleppo Dutzende Menschen getötet worden waren.

Die syrische Oppositionsgruppen im Überblick

Syrischer Nationalrat (SNC)

Der im August 2011 in Istanbul gegründete SNC gilt als größte und repräsentativste syrische Oppositionsgruppe. Ihren Vertretungsanspruch für die Belange der Opposition bezieht sie zum einen daraus, dass fast hundert ihrer insgesamt rund 230 Mitglieder in Syrien ansässig sind. Überdies bevorzugen die Regierungen in Washington und Paris den SNC als Ansprechpartner. Die Konferenz in Tunis könnte dazu führen, dass der Nationalrat international als „legitimer“, wenn auch nicht als einziger Repräsentant der syrischen Opposition anerkannt wird.

Im SNC sind Islamisten, vor allem Anhänger der Muslimbrüder, Liberale und Nationalisten vereint. Sein Vorsitzender ist der im französischen Exil lebende Oppositionelle Burhan Ghaliun, der sich für eine militärische Intervention in Syrien ausgesprochen hat. Seine Gegner werfen Ghaliun vor, er koordiniere seine Vorgehensweise nicht hinreichend mit den Kräften vor Ort.

Nationales Koordinierungskomitee für den demokratischen Wandel (NCB)

Das von Hassan Abdel Asim geleitete NCB vereint arabische Nationalisten, Kurden, Sozialisten und Marxisten sowie unabhängige Persönlichkeiten wie den Wirtschaftsexperten Aref Dalila. Das Komitee gründete sich Mitte September in der Nähe von Damaskus und wählte als Führungsgremium einen Zentralrat. Die Gruppierung ist strikt gegen eine Militärintervention von außen, ein Versuch einer Annäherung an den SNC scheiterte. Das NCB boykottiert die Konferenz in Tunis aus Protest gegen den Plan, den Nationalrat als Repräsentanten der syrischen Opposition anzuerkennen.

Örtliche Koordinierungskomitees (LCC)

Die Komitees sehen sich als Bestandteil des Nationalrates, in ihnen sind die Protestbewegungen aus einzelnen Städten und Stadtvierteln zusammengeschlossen. Die meisten ihrer Mitglieder sind junge Syrer ohne militante Vergangenheit, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook organisieren und mit der Außenwelt unter anderem über den Internetdienst Skype kommunizieren. Sie organisieren ein System gegenseitiger Hilfsleistungen, etwa um Verletzte aus ihren Reihen außerhalb der von den Sicherheitskräften kontrollierten Krankenhäuser zu versorgen.

Syrische Koalition säkularer und demokratischer Kräfte (CSDF)

Die Koalition kam das erste Mal Mitte September in Paris zusammen. Sie strebt einen laizistischen Staat in Syrien an. Ihr gehören Vertreter von Kurdenparteien, der Assyrischen Kirche und sunnitische Muslime an. Die CSDF wendet sich gegen den starken Einfluss der Islamisten in der syrischen Oppositionsbewegung und will die Minderheiten in der Bevölkerung, vor allem die Christen, mobilisieren.

Syrischer Revolutionsausschuss (SRGC)

Der Mitte August gegründete SRGC strebt ein demokratisches Syrien an. Erklärtes Ziel der Gruppierung ist es, die Reihen der Opposition zu schließen und gemeinsam den Sturz Assads zu erzwingen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

19.03.2012, 07:27 Uhr

Russland und China wollen das so haben !
Das Veto Russlands besteht noch immer .

Thomas-Melber-Stuttgart

19.03.2012, 07:34 Uhr

Rußland und China haben auf eine ausgewogene Resolution gedrängt, die beide (!) Seiten zum Gewaltverzicht aufruft. Ich hoffe, Herr Assad räumt nun 'mal richtig und nachhaltig auf.

Account gelöscht!

19.03.2012, 09:23 Uhr

Kurze Gegendarstellung

Telefonierte gestern abend noch mit einem Bekannten aus Syrien, der kurz zuvor noch ganz besorgt mit seinen Verwandten in Damaskus sprach. Die waren jedenfalls ziemlich überrascht, dass es in ihrer Nachbarschaft Gefechte gegeben haben soll und beruhigten ihn.
Stellt sich also die Frage, wer hier manipuliert wird!?

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