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20.07.2017

07:08 Uhr

Syrien

Trump stoppt Waffenlieferungen an syrische Rebellen

Seit vier Jahren beliefert die CIA syrische Rebellen mit Waffen. US-Präsident Trump soll das Geheimprogramm Medienberichten zufolge nun gestoppt haben. Ein möglicher Grund könnte Russlands Präsident Wladimir Putin sein.

Trump und Putin hatten eine Waffenruhe im Südwesten Syriens verabredet, wo bisher viele von der CIA unterstützte Rebellen eingesetzt waren. dpa

Rebellen in Aleppo

Trump und Putin hatten eine Waffenruhe im Südwesten Syriens verabredet, wo bisher viele von der CIA unterstützte Rebellen eingesetzt waren.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat entschieden, ein jahrelanges verdecktes CIA-Ausbildungsprogramm für syrische Rebellen zu stoppen. Die Bewaffnung und das Training moderater syrischer Kämpfer gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad werde auslaufen, berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Dies spiegele Trumps Interesse wider, im Syrien-Konflikt mit Russland zusammenarbeiten zu wollen. Moskau hatte Washington seit langem dazu gedrängt, das Programm einzustellen.

Ex-Präsident Barack Obama hatte es 2013 eingeführt, um den Druck auf Assad zu erhöhen und ihn zur Machtaufgabe zu drängen. Seit dem Eintritt Russlands in den Konflikt, ist das Programm jedoch auch von Unterstützern angezweifelt worden.

Die Stunden, die zu Trumps Angriff in Syrien führten

Eine Rekonstruktion

Es ist unklar, ob Donald Trump vor dieser Woche jemals etwas über Chan Scheichun gehört hat. Aber was am Morgen des 4. Aprils in der syrischen Stadt passierte, sollte eine Entwicklung in Gang setzen. Es führte zu einer radikalen Kehrtwende des US-Präsidenten. Eine Rekonstruktion der Abläufe.

Dienstag, 04. April

Etwa 06.50 Uhr Ortszeit, Chan Scheichun, Syrien: Es kommt zu einem Vorfall mit Giftgas. Wenig später gibt es die ersten Berichte über Tote. Über Stunden kursieren immer neue Opferzahlen. Aktivisten sprechen davon, dass Jets der syrischen Luftwaffe die von Rebellen kontrollierte Stadt angegriffen haben.

10.30 Uhr Ortszeit, Washington: Im Weißen Haus kommt Trump mit seinen Sicherheitsberatern zusammen. Sie informieren ihn über den Vorfall in Syrien. Laut seinem Sprecher Sean Spicer bittet der Präsident die Runde, ihm weitere Informationen vorzulegen und ihn auf dem Laufenden zu halten.

Mittag: Spicer liest ein Statement vor, in dem die US-Regierung den Vorfall scharf verurteilt und den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verantwortlich macht.

15.40 Uhr, Washington: Außenminister Rex Tillerson ruft Russland und den Iran in einer Erklärung dazu auf, ihren Einfluss auf die syrische Regierung geltend zu machen.

Mittwoch, 05. April

Zeitpunkt unklar: Trump weist seinen Verteidigungsminister James Mattis an, ihm militärische Optionen als Antwort auf den Angriff vorzulegen.

Donnerstag, 06. April

Zeitpunkt unklar: Trump entscheidet sich dafür, die Luftwaffenbasis Al-Schairat anzugreifen.

14.45 Uhr, Palm Beach: Trump landet in Florida, wo er sich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen will.

16.30 Uhr: Trump weist seinen Verteidigungsminister an, den Angriff auszuführen.

19.10 Uhr, Al Udeid Air Base Katar: US-Militärs informieren Russland vorab über den Angriff. Beide Seiten haben einen Kommunikationskanal, mit dem sie sich über Militärflüge und Angriffe über Syrien austauschen, um Zwischenfälle zu vermeiden.

19.40 bis 20.40 Uhr: Von zwei Kriegsschiffen im Mittelmeer werden 59 Marschflugkörper abgeschossen.

21.15 Uhr, Ressort Mar-a Lago: Trump kommt mit seinen Sicherheitsberatern zusammen.

21.43 Uhr: Trump tritt vor die Presse. Er sagt, er habe einen gezielten Angriff auf einen Flugplatz in Syrien angeordnet. Das liege im nationalen Sicherheitsinteresse der USA. Er schließt mit den Worten: „Gute Nacht. Gott segne Amerika und die ganze Welt. Danke.“

Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, wollte den Bericht der Zeitung zunächst nicht kommentieren. Ob das Programm ein Thema zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während des G20-Gipfels in Hamburg gewesen sei, wollte sie weder bestätigen noch dementieren. Sie wisse es nicht, erklärte sie. Die CIA gab zu dem Bericht keinen Kommentar ab.

Trump und Putin hatten eine Waffenruhe im Südwesten Syriens verabredet, wo bisher viele von der CIA unterstützte Rebellen eingesetzt waren. Der Stopp des Programms sei keine Bedingung für die Feuerpause gewesen, berichtete die Zeitung.

Von

ap

Kommentare (4)

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Unbekannt

20.07.2017, 08:57 Uhr

Welt : "US-Präsident Donald Trump hat laut einem Medienbericht die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an syrische Rebellen, die gegen die Regierung von Baschar al-Assad kämpfen, stoppen lassen.

Die Entscheidung habe Trump vor knapp einem Monat nach einem Treffen mit CIA-Direktor Mike Pompeo und seinem Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster getroffen, berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise."
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Mr. Trump hat - ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger im Amt, Mr. Obama - verstanden, dass es wenig Sinn macht, Dschihadisten mit Waffen zu versorgen, die man bekämpft.
Wenn Herr Putin diese verdeckte Handlungsweise der USA schon früher verurteilte zeigt das nur die Irrationalität der US-Administration in politischen Angelegenheiten unter Mr. Obama auf.

Lothar dM

20.07.2017, 09:13 Uhr

Frieden schaffen mit weniger Waffen. Sehr gute Entscheidung, daran gibt es nichts zu haten.

Herr Michael Berger

20.07.2017, 09:33 Uhr

Die USA hat ja schon Erfahrung sammeln können, wie das so läuft, wenn man Verbündete wie die Taliban oder den Irak hochrüstet um diese dann fallen zu lassen.

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