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08.01.2014

18:55 Uhr

Syrien

UN will schnell weitere Chemiewaffen abtransportieren

Bis Mitte des Jahres sollen alle Chemiewaffen aus Syrien zerstört sein. UN-Offizielle fürchten, dass die andauernden Kämpfe den Zeitplan behindern, wollen den Abtransport aber schnell fortsetzen.

Chemiewaffen-Transport: Die Mission gehört laut der UN zu den „gefährlichsten Operationen, die wir unternommen haben.“ AFP

Chemiewaffen-Transport: Die Mission gehört laut der UN zu den „gefährlichsten Operationen, die wir unternommen haben.“

Den HaagTrotz der anhaltenden Kämpfe in Syrien soll der Abtransport chemischer Kampfstoffe aus dem Bürgerkriegsland nach dem Willen der UN schnell vorangetrieben werden. Dies sei allerdings sehr riskant, sagte die UN-Sonderbeauftragte für die Operation, Sigrid Kaag, am Mittwoch im niederländischen Radio. „Aus unserer Perspektive ist dies eine der gefährlichsten Operationen, die wir unternommen haben.“ In Den Haag nahm der Exekutivrat der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) Beratungen über die weiteren Schritte zur Vernichtung der Kampfstoffe auf.

„Die Situation vor Ort bleibt weiter unbeständig“, sagte der chinesische UN-Botschafter Liu Jieyi am Mittwoch in New York nach einem Treffen des Sicherheitsrats mit Kaag. Zur Befriedung des Landes setzte der Botschafter große Hoffnungen auf die Ende des Monats stattfindende Friedenskonferenz in der Schweiz. Es sei wichtig, die Kämpfe vorher zu beenden, um einen Erfolg der Konferenz zu ermöglichen, betonte Liu. Das Treffen in Montreux am Genfer See soll am 22. Januar beginnen.

Am Dienstag war die erste Giftgas-Ladung unter Beteiligung zahlreicher Länder auf einem dänischen Schiff aus Syrien abtransportiert worden. Alle Chemiewaffen Syriens sollen bis Mitte des Jahres zerstört sein. Ursprünglich war dies für den 31. Dezember geplant gewesen. Durch die Kämpfe und logistische Probleme war die internationale Operation jedoch in Verzug geraten.

Syrien hatte nur unter internationalem Druck der Zerstörung seines Chemiewaffenarsenals zugestimmt. Unter anderem hatten die USA mit einem Militärschlag gedroht, nachdem bei einem Giftgasangriff in Damaskus im August Hunderte Menschen getötet worden waren. Die im vergangen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete OPCW soll den Transport und die Vernichtung kontrollieren.

Von

dpa

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