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08.03.2016

13:09 Uhr

Syrien und Flüchtlinge

Bürgerkrieg kostet jeden Monat vier Milliarden Dollar

Helfer prangern die hohen Kosten des syrischen Bürgerkriegs an. Der Konflikt habe bereits mehr als 270 Milliarden US-Dollar verschlungen. Die Wirtschaft des gezeichneten Landes liegt danieder.

Der Syrien-Bürgerkrieg währt schon fast fünf Jahre. Ein Ende ist nicht absehbar. AFP; Files; Francois Guillot

Zerstörungen in Kobane

Der Syrien-Bürgerkrieg währt schon fast fünf Jahre. Ein Ende ist nicht absehbar.

FriedrichsdorfVor dem fünften Jahrestag des Beginns des syrischen Bürgerkriegs hat die Hilfsorganisation World Vision die hohen Kosten durch den Konflikt beklagt. Der Bürgerkrieg koste jeden Monat etwa viereinhalb Milliarden Dollar (gut 4,1 Milliarden Euro) allein an verlorenen Wirtschaftschancen, erklärte World Vision am Dienstag. wenige Tage vor der geplanten Fortsetzung der Syrien-Friedensverhandlungen. Für die Menschen in Syrien und die meisten Flüchtlinge in der Region bedeutet dies „ein Leben mit immer weniger Ressourcen, immer höheren Schulden, mehr Gründen zur Flucht“.

In den vergangenen fünf Jahren habe der Bürgerkrieg die syrische Wirtschaft 275 Milliarden Dollar gekostet, erklärte World Vision in einem Bericht zu aktuellen und erwartbaren Verlusten für Syrien, den Libanon, Jordanien und die Türkei, der zusammen mit dem Beratungsunternehmen Frontier Economics erarbeitet wurde. Das „verlorene Geld“ werde „nie mehr wiedergewonnen werden und nicht in Bildung, Gesundheit, gute Lebensbedingungen und eine sichere Zukunft für Kinder investiert werden können“.

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„Es wird geschätzt, dass die Kosten auf 1,3 Billionen Dollar ansteigen, sollte der Krieg bis 2020 anhalten“, hieß es weiter. Die Verluste spiegelten auch das Leid der Bevölkerung. „Hinter jedem Dollar, jeder Statistik, jedem Prozentsatz steht ein Kind – ein Kind, das nicht mehr zur Schule gehen kann, ein Kind, das hungrig zu Bett gehen muss, ein Kind, das nicht die notwendige medizinische Versorgung erhält, und eines, das kein ordentliches Dach über dem Kopf hat“, beklagte World Vision.

Die Lebenserwartung in Syrien sei um 15 Jahre gesunken. Im Libanon und in Jordanien fänden Flüchtlinge kaum Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. „In ihrer Verzweiflung müssen viele Familien schwerwiegende Entscheidungen treffen – es kommt zu Frühverheiratung und Kinderarbeit, nur damit die Familie überleben kann“, erklärte World Vision. Kinder würden „allein auf den Weg nach Europa geschickt, weil die Kosten der illegalen Einwanderung für die ganze Familie zu hoch sind“.

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