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21.10.2015

06:31 Uhr

Syrien und Irak

Kanada fliegt nicht mehr gegen den IS

Wahlversprechen eingelöst: Bei Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak muss die US-geführte Koalition auf Kanada verzichten. Mit Russland einigten die USA sich unterdessen auf ein Memorandum.

Kanada vor einem Wandel

Wahlsieg der Liberalen: Kanadische Kampfflugzeuge werden aus Syrien abgezogen

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Ottawa/WashingtonNach dem Wahlsieg der Liberalen beendet Kanada seine Luftangriffe gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Liberalen-Chef Justin Trudeau, dessen Partei bei der Parlamentswahl am Montag die absolute Mehrheit geholt hatte, informierte US-Präsident Barack Obama nach eigenen Angaben am Dienstag in einem Telefonat über die Entscheidung.

Kanada werde zwar ein "starkes Mitglied" der US-geführten Koalition gegen den IS bleiben, sagte Trudeau vor Journalisten. Er habe Obama aber darüber informiert, dass der "Kampfeinsatz" beendet werde.

Sieg der Liberalen

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Der IS kontrolliert seit dem Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Irak und in Syrien. Eine internationale Koalition unter Führung der USA begann im August 2014, mit Luftangriffen gegen IS-Stellungen im Irak vorzugehen. Einen Monat später wurden die Einsätze auf IS-Ziele in Syrien ausgeweitet. Kanada gehört der Koalition seit November an und schickte CF-18-Kampfflieger sowie rund 70 Spezialkräfte zur Ausbildung kurdischer Kämpfer im Nordirak in die Region.

Trudeau hatte im Wahlkampf versprochen, den Kampfeinsatz der Kanadier zu beenden. Die Ausbildungsmission will er aber fortsetzen. Trudeaus Liberale hatten bei der Parlamentswahl laut vorläufigem Ergebnis eine komfortable Mehrheit von 184 der 338 Abgeordneten im Unterhaus erzielt. Der bisherige konservative Premierminister Stephen Harper trat nach der Niederlage zurück.

Der Sieg des 43-Jährigen könnte auch für die US-Rüstungsindustrie Folgen haben. Im vergangenen Monat kündigte Trudeau an, eine von ihm geführte Regierung werde keine F-35 Kampfflugzeuge von Lockheed Martin kaufen. Aus US-Regierungs- und -Industriekreisen verlautete am Dienstag, nun könne sich Boeing Hoffnungen machen, seine F/A-18 Jets an die nördlichen Nachbarn verkaufen zu können.

Dem US-Militär zufolge kostet eine F-35 gegenwärtig 108 Millionen US-Dollar pro Stück, während eine F/A-18 mit 60 Millionen zu Buche schlägt. Kanada muss seine veralteten CF-18 Kampfflugzeuge ersetzen.

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