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31.12.2016

09:30 Uhr

Syrien

Uno stimmt Samstag über Resolution ab

Kaum hält die Waffenruhe in Syrien, deutet sich ein Streit über die Führungsrolle bei den Friedensgesprächen an. Als Moskau die Fäden gemeinsam mit Ankara in die Hand nehmen will, zieht Brüssel nach.

Nach Angaben von Beobachtern hielten sich die Konfliktparteien zunächst weitgehend an die Feuerpause. In der Nacht zum Freitag habe es nur vereinzelt und lokal begrenzt Gefechte gegeben, am Morgen habe es Luftangriffe auf Rebellenstellungen nahe der Hauptstadt Damaskus gegeben. dpa

In Syrien hält die Waffenruhe weitestgehend

Nach Angaben von Beobachtern hielten sich die Konfliktparteien zunächst weitgehend an die Feuerpause. In der Nacht zum Freitag habe es nur vereinzelt und lokal begrenzt Gefechte gegeben, am Morgen habe es Luftangriffe auf Rebellenstellungen nahe der Hauptstadt Damaskus gegeben.

New YorkDer UN-Sicherheitsrat will am Samstag über eine Resolution zur bereits in Kraft getretenen Feuerpause und Gespräche über einen Friedensplan in Syrien abstimmen. Das sagte Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin nach einer Sitzung des Gremiums hinter verschlossenen Türen in New York. „Wir haben einen knappen Resolutionsentwurf in Umlauf gebracht in der Hoffnung, dass der Sicherheitsrat diese Regelungen befürworten wird.“ Eine Uhrzeit für die Abstimmung stand am Freitagabend (Ortszeit) nicht fest.

Russland und die Türkei hatten die Waffenruhe zwischen der syrischen Regierung und mehreren Rebellengruppen ausgehandelt. Die Türkei unterstützt in Syrien sunnitische Rebellen, Russland den Präsidenten Baschar al-Assad. Eine Waffenruhe könnte Grundlage für Gespräche über eine Lösung des fast sechs Jahre andauernden Bürgerkriegs mit etwa 500.000 Toten sein.

So wollen die Türkei und Russland Ende Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana zwischen Vertretern der syrischen Opposition und der Regierung Assads vermitteln. Die Europäische Union kündigte unterdessen an, Mitte Januar bilaterale Gespräche zu organisieren, ließ Details aber offen. Da beide Treffen als Vorbereitung für neue Gespräche in Genf ab 8. Februar unter Vermittlung des UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, gedacht sind, deutet sich ein Streit über die Führungsrolle an.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Haltung der USA im Syrien-Konflikt mit dem Regierungswechsel am 20. Januar ändern dürfte. Während Amtsinhaber Barack Obama sich auf den Kampf gegen die Terrormiliz IS konzentriert und Assad beschuldigt, die eigenen Bürger zu töten, steht sein Nachfolger Donald Trump dem Assad-Verbündeten Russland nahe. Der Zeitplan könnte dazu führen, dass das von der EU geplante Syrien-Treffen Mitte Januar noch mit Vertretern der Obama-Regierung, das von Russland und der Türkei organisierte Treffen Ende Januar aber mit Vertretern der Regierung Trump stattfindet.

„De Mistura hatte Probleme, die Gespräche wieder aufzunehmen. Also haben Russland und die Türkei sich entschlossen, den Vereinten Nationen behilflich zu sein, die Dinge voranzubringen“, sagte Tschurkin in New York. Er lud auch Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait und Katar ein, sich an Vorbereitungen zu dem Treffen zu beteiligen. „Sie alle sind willkommen“, sagte Tschurkin. Auch der Iran sei in der Lösung des Konflikts ein wichtiger Partner.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Ob es zu diesen Treffen kommt, hängt zunächst von der Einhaltung der landesweiten Waffenruhe ab. Nach Angaben von Beobachtern hielten sich die Konfliktparteien in Syrien zunächst weitgehend an die Feuerpause. In der Nacht zum Freitag habe es nur vereinzelt und lokal begrenzt Gefechte gegeben, am Morgen habe es Luftangriffe auf Rebellenstellungen nahe der Hauptstadt Damaskus gegeben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Unter den Rebellengruppen sind nach Angaben der Beobachtungsstelle auch Kämpfer der Dschabhat Fatah al-Scham, der früheren Nusra-Front. Die Gruppe gilt als Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida in Syrien, hatte sich vor Monaten offiziell aber von dem Netzwerk losgesagt. Zusammen mit der Terrormiliz Islamischer Staat ist die Dschabhat Fatah al-Scham von der Waffenruhe ausgenommen und wird von der syrischen Armee und Russland weiter bekämpft.

Von

dpa

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