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31.05.2017

02:14 Uhr

Syrien

USA beginnen mit Waffenlieferungen an Kurden

Im Kampf um die IS-Hochburg Al-Rakka statten die USA kurdische Kämpfer mit Waffen aus. Die erste Lieferung beinhaltet Handfeuerwaffen und Munition. Von der Türkei wird die Bewaffnung skeptisch gesehen.

Die Unterstützung der Kurden durch die USA im Kampf um die IS-Hochburg Al-Rakka wird von der Türkei skeptisch gesehen. AP

Syrien

Die Unterstützung der Kurden durch die USA im Kampf um die IS-Hochburg Al-Rakka wird von der Türkei skeptisch gesehen.

WashingtonDie USA haben mit der ersten Auslieferung von Waffen an kurdische Kämpfer in Syrien begonnen. Die Waffenlieferung beinhalte Handfeuerwaffen und Munition, sagte der Sprecher des Pentagon, Eric Pahon. Die Unterstützung der Kurden durch die USA im Kampf um die IS-Hochburg Al-Rakka wird vor allem von der Türkei skeptisch gesehen. Washington sieht die Kurden als effektive Kräfte gegen die Extremisten, für die Türkei stellen sie den verlängerten Arm der in der Türkei verbotenen Kurdenpartei PKK dar.

Die wichtigsten Akteure im Syrien-Krieg

Regierung

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad beherrschen die großen Städte des Landes. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte die Rebellen aber dank massiver russischer und iranischer Hilfe in vielen Gebieten zurückdrängen, unter anderem aus der Großstadt Aleppo. Assad sitzt derzeit fest im Sattel.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die mächtigen Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Moskau ist von seiner Forderung abgerückt, diese beiden auf die Terrorliste zu setzen. Dschaisch al-Islam wird in Genf an den Verhandlungen teilnehmen.

Politische Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul, die in Genf mit Repräsentanten vertreten sein wird.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz beherrscht im Norden und Osten weiterhin riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken. Sie sind an keinerlei Verhandlungen beteiligt. Für sie und andere Terrorgruppen gilt auch die landesweite Waffenruhe nicht.

Al-Kaida

Auch die Al-Kaida-nahe Fatah-al-Scham-Front (Ex-Al-Nusra-Front) ist von der Feuerpause aufgenommen. Sie hat sich mit anderen Gruppen zu einer Allianz zusammengetan und kämpft mit anderen Rebellen um die Vorherrschaft im Nordwesten Syriens.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Allerdings sind weder die wichtigste Kurdenpartei PYD noch die größte Kurdenmiliz YPG in Genf dabei. Die Türkei betrachtet sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb.

Russland

Moskau ist wichtigster Verbündeter der Regierung. Seit September 2015 fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind.

Iran

Teheran ist ein treuer Unterstützer der Assad-Regierung. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sowie andere bewaffnete Gruppen sind in Syrien an Assads Seite im Einsatz.

Die Türkei

Sie ist mittlerweile der einflussreichste Partner der Rebellen. Ankara war neben Moskau maßgeblich daran beteiligt, dass es zu einer neuen Waffenruhe kam. Türkische Truppen sind in Nordsyrien im Einsatz, wo sie Rebellen im Kampf gegen den IS unterstützen.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien und ein Flugzeug zur Luftbetankung. In den jetzigen Verhandlungen spielt der Westen nur eine Nebenrolle.

Nach Angaben von US-Behörden sollen unter anderem auch Maschinengewehre, Mörser sowie gepanzerte Fahrzeuge an die Kurden geliefert werden. Am Dienstag stießen von den Kurden angeführten Kräfte rund drei Kilometer weit auf das umkämpfte Al-Rakka vor. Der Kampf um die syrische Stadt, die als letzte IS-Hochburg gilt, könnte sich als langwierig erweisen. Es wird erwartet, dass die Terrormiliz Sprengsätze an den Straßen in Richtung Al-Rakka und in der Stadt selbst anbringt.

Von

ap

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