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04.12.2012

12:32 Uhr

Syrien

USA warnt vor Einsatz von Chemiewaffen

Sollte Syriens Staatschef Baschar al-Assad auf C-Waffen zurückgreifen, wäre eine "rote Linie" überschritten, sagte Außenministerin Hillary Clinton. Washington hat bereits Spezialkräfte stationiert - auch die Nato warnt.

Soldaten der Freien Syrischen Armee in Aleppo. Die Angst vor einem C-Waffen-Einsatz ist groß. dapd

Soldaten der Freien Syrischen Armee in Aleppo. Die Angst vor einem C-Waffen-Einsatz ist groß.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad vor dem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt. Das wäre ein "tragischer Fehler", der Folgen haben werde, wobei die Verantwortung dafür Assad und seine Gefolgsleute trügen, sagte Obama in einer in Washington gehaltenen Rede. Die EU reduziert ihre Präsenz in Syriens Hauptstadt Damaskus auf ein Minimum, auch die UNO verringert ihre Aktivitäten. "Wir können nicht zulassen, dass das 21. Jahrhundert sich durch die schlimmsten Waffen des 20. Jahrhunderts verfinstert", sagte Obama in seiner Rede. Die US-Regierung werde "weiterhin die legitimen Bestrebungen der Syrer unterstützen, mit der Opposition zusammenarbeiten, ihnen humanitäre Hilfe liefern und auf ein vom Assad-Regime befreites Syrien hinarbeiten".

Zuvor hatte die "New York Times" über Hinweise auf Vorbereitungen für einen Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Seite berichtet. Aus Regierungskreisen in Washington hieß es, das syrische Militär habe möglicherweise mit der Mischung von Chemikalien begonnen, die für das Nervengas Sarin benötigt würden.

Schon ist in Washington die Rede von Luftangriffen oder Bodeneinsätzen verbündeter Streitkräfte in der Region, um dem Regime die Waffen zu entreißen, berichten US-Regierungsbeamte hinter vorgehaltener Hand. Noch zögern die USA, Truppen nach Syrien zu schicken. Doch befinde sich bereits ein Team von militärischen Ausbildern im benachbarten Jordanien, die dort stationierte US-Soldaten darin schulen sollen, Depots mit chemischen Waffen unschädlich zu machen.

Ein US-Experte spricht derweil sogar von "Anzeichen für Vorbereitungen", dass die Chemiewaffen eingesetzt werden könnten. Dass es dazu auch kommen, sei aber nicht sicher. Dennoch sei man zunehmend besorgt, da das Regime unter großem Druck stehe.

Die US-Regierung will den Worten eines Beamten zufolge eingreifen, wenn Chemiewaffen entweder zum Einsatz kommen, mit der Absicht transportiert werden, sie einzusetzen oder die Absicht zu erkennen ist, sie an terroristische Gruppen wie die Hisbollah weiterzugeben, wovor sich vor allem Israel fürchtet.

Die Nato hat Syrien im Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen mit Konsequenzen gedroht. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Dienstag in Brüssel, er rechne mit einer "sofortigen Reaktion" der internationalen Gemeinschaft. "Der mögliche Einsatz von Chemiewaffen wäre für die gesamte internationale Gemeinschaft absolut inakzeptabel."

Kommentare (5)

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Thomas-Melber-Stuttgart

04.12.2012, 08:53 Uhr

Zum Einsatz von C-Waffen gibt es eine eindeutige Aussage der syrischen Regierung.

flyingfridge

04.12.2012, 10:18 Uhr

"die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad"

Diese Formulierung noch in Deutschen Medien zu finden wundert mich, wo man doch schon vor Monaten durch die Bank von "Regierung" auf "Regime" umgestellt hatte.

RumpelstilzchenA

04.12.2012, 10:56 Uhr

Phosphorbomben sind aber erlaubt. Wurden auch von den Israelis ohne Proteste in Gaza eingesetzt.

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