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02.12.2013

23:37 Uhr

Syrien

USA wollen Chemiewaffen zerstören

Noch vor Jahresende muss ein Teil der syrischen C-Waffen vernichtet werden. Das US-Militär rüstet derzeit einen Frachter um, das die Waffen unschädlich machen soll – auf hoher See.

Für die erfolgreiche Zerstörung der C-Waffen im Bürgerkriegsland Syrien seien „beispiellose Anstrengungen“ nötig, meint UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. ap

Für die erfolgreiche Zerstörung der C-Waffen im Bürgerkriegsland Syrien seien „beispiellose Anstrengungen“ nötig, meint UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

WashingtonDas US-Militär hat mit der Umrüstung eines Frachtschiffs begonnen, um darauf einen Teil der syrischen Chemiewaffen-Bestände auf hoher See zu zerstören. Die Spezialgeräte würden derzeit auf der „MV Cape Ray“ aufgebaut, teilte das Pentagon am Montag mit. Das 200 Meter lange Schiff liegt demnach im Hafen des Marinestützpunktes Norfolk im US-Bundesstaat Virginia vor Anker und transportiert gewöhnlich militärische Ausrüstung.

Wann genau die Mission beginnen sollte, war unklar. Ein Einsatzbefehl sei noch nicht ergangen, hieß es aus US-Verteidigungskreisen. Die unbewaffnete „MV Cape Ray“ soll den Angaben zufolge bei der Zerstörung der syrischen Chemiewaffen durch US-Kriegsschiffe sowie die US-Luftwaffe geschützt werden.

OPCW zu Syrien : Zeitplan für Zerstörung der C-Waffen steht

OPCW zu Syrien

Zeitplan für Zerstörung der C-Waffen steht

Ein konkreter Zeitplant die Vernichtung für Syriens Chemiewaffen steht fest. Wo die tödlichen Kampfstoffe gelagert und unschädlich gemacht werden sollen, ist weiterhin unklar. Albanien lehnte ein Gesuch ab.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte am Samstag in Den Haag mitgeteilt, dass die Kampfstoffe auf einem US-Spezialschiff mit dem sogenannten Hydrolyse-Verfahren unschädlich gemacht würden. Dabei werden chemische Verbindungen mithilfe von Wasser gespalten.

Die besonders gefährlichen syrischen Chemiewaffen wie Senfgas müssen gemäß dem von der OPCW festgelegten Zeitplan bis Ende des Jahres unschädlich gemacht werden. Nervengifte wie Sarin sollen später verbrannt werden. Die syrischen Bestände umfassen insgesamt mehr als tausend Tonnen C-Waffen.

Gemäß einer vom UN-Sicherheitsrat im September verabschiedeten Resolution müssen die syrischen C-Waffen bis Mitte 2014 vollständig vernichtet sein. Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatte der Vernichtung zugestimmt, nachdem die USA wegen eines tödlichen Giftgaseinsatzes im syrischen Bürgerkrieg am 21. August bei Damaskus mit einem militärischen Angriff gedroht hatten.

Ein leichtes Unterfangen werde die Vernichtung der Chemiewaffen generell nicht, erinnerte UN-Generalsekreetär Ban Ki Moon am Montag. Es seien „beispiellose Anstrengungen“ der Weltgemeinschaft nötig. Nur so könne angesichts der unsteten Sicherheitslage im Bürgerkriegsland die bis Mitte 2014 avisierte Eliminierung der Waffen gelingen, schrieb Ban in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat, der der Nachrichtenagentur AP am Montag vorlag.

Demnach wurden zwar Fortschritte bei der Vernichtung der geächteten Waffen erzielt. Doch Ban äußerte tiefe Besorgnis über die Sicherheit der UN-Mitarbeiter und Chemiewaffenexperten, die deren geplante Entsorgung überwachen. Vor diesem Hintergrund ermutigte Ban die Regierung in Damaskus dazu, neue Wege zu finden, um einen sicheren Transport der Chemiewaffen in Syrien zu gewährleisten.

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