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29.01.2014

21:14 Uhr

Syrien

Vernichtung der Chemiewaffen verzögert sich

Nur ein Bruchteil der tödlichen Kampfstoffe in Syrien sind bisher unschädlich gemacht worden. Es sei nahezu sicher, dass die Frist Anfang Februar nicht eingehalten werden kann, hieß es von Seiten der OPCW.

Der Hauptsitz der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag (Niederlande). dpa

Der Hauptsitz der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag (Niederlande).

Den HaagDie Vernichtung der syrischen Chemiewaffen ist erneut in Verzug geraten. Wie am Mittwoch aus dem Umfeld der für die Vernichtung zuständigen internationalen Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) verlautete, wurden bisher weniger als fünf Prozent der gefährlichsten syrischen Kampfstoffe außer Landes gebracht.

Seit Anfang Januar verließen demnach nur zwei Schiffsladungen mit jeweils rund 16 Tonnen Chemiewaffen der sogenannten Kategorie eins den syrischen Mittelmeerhafen Latakia. Das sind weniger als fünf Prozent der insgesamt rund 700 Tonnen Chemikalien, die eigentlich schon bis Ende Dezember außer Landes gebracht werden sollten.

Nach einem tödlichen Einsatz von Chemiewaffen bei Damaskus im August hatte Syrien angesichts der Drohung mit einem US-Militärschlag zugesagt, sein gesamtes Chemiewaffenarsenal unter internationaler Aufsicht zu zerstören. Gemäß einer vom UN-Sicherheitsrat im September verabschiedeten Resolution müssen die syrischen Chemiewaffen bis Mitte 2014 vollständig vernichtet sein.

Die gefährlichsten Kampfstoffe - darunter Senfgas, Sarin und das Nervengas VX - sollten eigentlich bereits bis Ende Dezember außer Landes gebracht werden, was nicht gelang. Es sei "nahezu sicher", dass auch die neue Frist bis zum 5. Februar nicht eingehalten werde, verlautete aus OPCW-Kreisen. OPCW-Sprecher Christian Chartier wollte sich dazu nicht äußern.

Nach Angaben aus OPCW-Kreisen soll bei einem Treffen des Exekutivrats der Organisation am Donnerstag darüber beraten werden, wie der Druck auf die syrische Regierung erhöht und sie "an ihre Verpflichtungen erinnert" werden kann.

Von

afp

Kommentare (2)

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Kommentator

30.01.2014, 08:42 Uhr

Aus diesem Artikel erfahren wir leider nur, daß sich die Vernichtung der Chemiewaffen verzögert. Jetzt wäre es noch interessant zu erfahren, warum das so ist.

RumpelstilzchenA

30.01.2014, 09:11 Uhr

Sicher werden die Chemie-Waffen von den Terroristen noch benötigt.
USA hat außerdem noch einen Militärschlag zugesichert. Der Westen würde es als bedauerlich erachten, wenn man auf das Feuerwerk verzichten müsste.

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