Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.12.2013

03:54 Uhr

Syrien

Westen glaubt offenbar nicht an Sturz Assads

Vor Beginn der Genfer Friedenskonferenz zum Bürgerkrieg in Syrien halten westliche Vertreter einen Machtwechsel offenbar nicht mehr für möglich. Insidern zufolge haben sie die Opposition vor einer Niederlage gewarnt.

Einwohner suchen nach Überlebenden nach einem Anschlag nahe Aleppos. Reuters

Einwohner suchen nach Überlebenden nach einem Anschlag nahe Aleppos.

AmmanWestliche Staaten haben die syrischen Rebellen nach Informationen aus Oppositionskreisen wissen lassen, dass Präsident Baschar al-Assad auch nach dem Bürgerkrieg weiter an der Macht bleiben könnte. Hintergrund sei die Sorge über die zunehmende Stärke der radikalen Islamisten im Land, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei einem Treffen der Freunde Syriens vergangene Woche in London sei ihnen weiter übermittelt worden, dass die Minderheit der Alawiten - zu denen Assad gehört - weiter zentrale Ämter bekleiden würden. Die Vertreter der Opposition und Diplomaten erklärten, die neue Haltung des Westens führe zu einer Spaltung unter den Staaten, die in dem seit fast drei Jahren dauernden Krieg die Rebellen unterstützen.

„Unsere westlichen Freunde haben in London klar gemacht, dass man Assad jetzt nicht gehen lassen kann, weil sie glauben, dass Chaos und eine Machtübernahme der Islamisten die Folge wären“, sagte ein hochrangiges Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition.

Syrien: Hinweise auf Giftgasangriffe an mehreren Orten

Syrien

Hinweise auf Giftgasangriffe an mehreren Orten

UN-Experten haben in Syrien an mehreren Orten nach Hinweisen auf Giftgasangriffe gesucht – und fanden „glaubhafte Beweise“. Nun haben die Vereinten Nationen ihren Abschlussbericht veröffentlicht.

Unter Hinweis auf das formelle Ende von Assads Amtszeit im kommenden Jahr sagte er weiter: „Einige scheinen sich nicht einmal daran zu stören, dass er nächstes Jahr wieder antreten könnte und vergessen dabei, dass er sein eigenes Volk vergast hat.“ Die syrische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, Giftgas gegen die Rebellen eingesetzt zu haben.

Der Aufstand gegen Assad ist inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen, der zunehmend religiöse Züge trägt. Die von eher schiitischen Staaten wie dem Iran unterstützten Alawiten kämpfen dabei gegen Sunniten, die ihrerseits Hilfe bei Saudi-Arabien, der Türkei und Libyen suchen.

In den vergangenen Monaten haben sich islamistische Milizen als die schlagkräftigsten Gegner von Assad erwiesen. Während der Westen befürchtet, dass sie die Macht in Syrien übernehmen könnten, halten Länder wie Saudi-Arabien und die Türkei ihren zunehmenden Einfluss für ein zweitrangiges Problem.

Im Januar sollen in der Schweiz Friedengespräche beginnen. Die Nationale Syrische Koalition hat ihre Teilnahme zwar zugesagt, besteht jedoch darauf, dass Assad nicht an der Macht bleiben darf. Der Präsident weist Forderungen nach einem Rücktritt zurück. Bei den Kämpfen sind mehr als 100.000 Menschen getötet worden.

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Fakten

18.12.2013, 08:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

sharwes

18.12.2013, 08:31 Uhr

Die Wahl ist doch zwischen Pest und Cholera. Ehrlich, mir ist Assad als berechenbarer Diktator (auf den später hoffentlich Druck ausgeübt wird) lieber als unberechenbare fundamentalistische Islamisten - warum sollen wir die Unterstützen, wenn die uns verachten und vernichten wollen? Die größere Gefahr geht von Islamisten aus und auch die errichten lokal ein Terrorregime nicht anders als Assad.

DieZukunft

18.12.2013, 13:27 Uhr

OSehr rinhtig bis auf eine Kleinigkeit - Obama tut sein besates um die Konservative im Schach zu halten, was nicht leicht ist - das sieht im an in letzten Jahren.
Es sind "die Amerikaner" schuld - die meisten Bürger leiden unter Politik letzter Jahre auch - sondern die wuchernde Mafia in der Regierung, die Überall ihre Metastasen geschlagen hat.
Es ist höchst an der Zeit, die Augen zu öffnen und über das Nationale hinweg zu sehen und sich mit den ECHTEN Ursachen beschäftigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×