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26.10.2011

20:01 Uhr

Syrien

Zehntausende gehen für Assad auf die Straße

Unter dem Motto „Lang lebe die Heimat und ihr Führer“ demonstrierten tausende Syrer in Damaskus. In anderen Städten des Landes kam es zu Streiks von Regierungsgegenern. Soldaten erschossen landesweit elf Menschen.

Die Demonstration für Assad war eine staatlich organisierte Veranstaltung. dapd

Die Demonstration für Assad war eine staatlich organisierte Veranstaltung.

AmmanZehntausende Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben in Damaskus ihre Unterstützung für den in Bedrängnis geratenen Staatschef demonstriert. Auf dem Umajad-Platz in der Innenstadt schwenkten die
Teilnehmer Landesfahnen und Porträts von Assad, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Die staatlich organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto: „Lang lebe die Heimat und ihr Führer“.

Assad selbst traf mit einer Delegation der Arabischen Liga zusammen. Das Gespräch sei herzlich und offen verlaufen, sagte der Vertreter des Golfstaates Katar nach dem Treffen. Die Delegation sollte eine friedliche Lösung des Konflikts ausloten. Das nächste Treffen solle am Sonntag stattfinden.

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Der Diplomat war bereits vor einigen Wochen von Assad-Anhängern angegriffen worden.

In anderen Städten des Landes kam es zu Streiks von Regierungsgegnern. In der Millionenstadt Homs etwa blieben Anwohnern zufolge die meisten Geschäfte geschlossen. Ein Einwohner berichtete, bewaffnete Regierungsgegner hätten den Generalstreik durchgesetzt. Soldaten erschossen landesweit elf Menschen. In der nördlich von Homs gelegenen Stadt Hamrat töteten mutmaßliche Deserteure neun Soldaten mit einer Panzerfaust, wie die Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory berichtete.

Der französische Außenminister Alain Juppé bezeichnete es als unausweichlich, dass die Regierung Assad am Ende zusammenbrechen werde. Das könne aber dauern, da die Lage komplex sei, sagte er im französischen Hörfunk. Zudem bestehe das Risiko „eines Bürgerkriegs zwischen syrischen Gruppen, weil die umliegenden arabischen Länder nicht wollen, dass wir intervenieren“.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

26.10.2011, 21:19 Uhr

"... bewaffnete Regierungsgegner hätten den Generalstreik durchgesetzt ..." Sprich, haben gedroht, Streikunwillige robust zu sanktionieren. Man darf nicht vergessen, daß auch in Syrien das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Assad hat Reformen ausdrücklich zugesichert, verhandeln will er aber verständlicherweise nur mit Partnern, die gewaltfrei ihre Ziele durchsetzen wollen.

Osterwelle

27.10.2011, 10:24 Uhr

Man darf nicht vergessen, dass Diktaturen ihr "staatliches Gewaltmonopol" in erster Linie zur Durchsetzung ihrer Gewaltherrschaft benutzen. Eine Zusage hat selbst in Demokratien nicht viel Wert (siehe EU), eine Zusage in einer Diktatur ist ein hohles, wertloses Wort. Übrigens ist auch ein reformierter Assad ein Assad, wie ein reformierter Hitler ein Hitler gewesen wäre. Herr Assad sollte sich lieber Videos über das Schicksal von Muamar G. anschauen, bevor er nach Partnern, die gewaltfrei ihre Ziele durchsetzen wollen ruft. Vielleicht wollen auch diese Partner einen Partner der gewaltfrei agiert. Denn zwar liegt auch in Syrien ein Gewaltmonopol beim Staat, aber Syrien ist nicht Herr Assad und Herr Assad ist nicht Syrien, selbst wenn er das glaubt. Wie die Syrier sagen: He is the next. Hoffentlich !!

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