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18.07.2012

12:20 Uhr

Syrienkonflikt

Mehr als 60 Soldaten in Damaskus getötet

Die Gewalt in Syriens Hauptstadt hält weiter an. Bis zum Dienstag sind dort offenbar mehr als 60 Soldaten getötet worden. Regierungsmedien sehen Damaskus bereits als „Friedhof der Angreifer“.

Bei Gefechten in Damaskus sind in dieser Woche bislang über 60 Menschen getötet worden. dpa

Bei Gefechten in Damaskus sind in dieser Woche bislang über 60 Menschen getötet worden.

BeirutBei Kämpfen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben einer Aktivistengruppe mehr als 60 Soldaten getötet worden. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mitteilte, wurden am Montag zwischen 40 und 50 Soldaten getötet, mindestens 20 weitere am Dienstag. Damaskus wird seit Sonntag von heftigen Kämpfen zwischen Soldaten und Aufständischen erschüttert.

Auch am Mittwoch gab es erneut heftige Gefechte in der Hauptstadt. Aktivistenangaben zufolge nahm die Armee die Viertel Kabun und Barseh von Kampfhubschraubern aus unter Beschuss. Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) gab es demnach in den Stadtteilen Midan und Kafar Susse.

Ein Selbstmordattentat traf am Mittwoch nach Berichten des syrischen Fernsehens eine Versammlung von Kabinettsmitgliedern. Dabei habe es mehrere Schwerverletzte unter den Kabinettsmitgliedern gegeben, berichtete das Fernsehen. Zuvor hatte es über einen „terroristischen“ Anschlag auf das Gebäude der Nationalen Sicherheitsbehörde in Damaskus berichtet.

Panzer, Flugzeuge, Raketen: Syriens Armee

Soldaten

In Syrien stehen nach Angaben des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) 295.000 Soldaten unter Waffen. Dazu kommen weitere 314.000 Reservisten.

Panzer und Artilleriegeschütze

Das syrische Heer soll über 4950 Kampfpanzer und mehr als 3440 Artilleriegeschütze verfügen, viele aus sowjetischer oder russischer Produktion.

Boden-Boden-Raketen

Syrien soll über 850 Boden-Boden-Raketen mit unterschiedlicher Reichweite verfügen.

Flugzeuge

550 Flugzeuge nennt die syrische Luftwaffe ihr Eigen. Davon sind rund 440 russische MIG-Kampfflugzeuge unterschiedlicher Baureihen.

Hubschrauber

Die Armee kann mehr als 70 Kampfhubschrauber einsetzen, darunter viele russische Typen, aber auch 30 französische „Gazelle-Maschinen“.

ABC-Waffen

Die USA haben den Verdacht, dass Syrien über chemische und biologische Waffen verfügt und dafür technische Hilfe aus dem Iran erhält. Außerdem soll Syrien nach US-Recherchen Interesse an Atomwaffen haben und Partner im Iran und Nordkorea suchen.

Waffenlieferungen

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) bekam Syrien im Jahr 2011 trotz der blutigen Unterdrückung des Aufstandes gegen das Regime 291 Waffenlieferungen - 246 aus Russland und 45 aus dem Iran. Darunter waren 126 Luftabwehrsysteme und 135 Raketen. Zwischen 2001 und 2011 hat Syrien 1201 von SIPRI registrierte Waffenlieferungen erhalten. Die mit Abstand meisten (857) kamen aus Russland, der Rest aus Weißrussland, dem Iran und Nordkorea.

Embargo

Die EU hat bereits im Mai 2011 neben Sanktionen ein Verbot von Waffenlieferungen nach Syrien beschlossen. Dazu zählen nicht nur Feuerwaffen, Bomben und Granaten, sondern auch technisches Gerät, das gegen Demonstranten eingesetzt werden kann, etwa Wasserwerfer. Auf internationaler Ebene ist ein Embargo im UN-Sicherheitsrat bisher gescheitert - vor allem am Widerstand Russlands, dem Hauptwaffenexporteur nach Syrien. Aber auch China verhinderte Sanktionen.

Die Rebellen hatten bereits am Dienstagabend eine „Schlacht für die Befreiung“ von Damaskus angekündigt. Die regierungsnahe Zeitung „Al-Watan“ titelte am Mittwoch, der Kampf um Damaskus werde „bald beendet“ sein, die Hauptstadt werde zum „Friedhof der Angreifer“. Auch aus anderen Landesteilen wurden am Mittwoch anhaltende Kämpfe gemeldet. Am Dienstag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle bei der landesweiten Gewalt 93 Menschen getötet worden, darunter 48 Zivilisten.

Von

afp

Kommentare (1)

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observer

18.07.2012, 11:48 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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