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24.12.2016

10:24 Uhr

Syrienkrieg

Was Berlin für die Zukunft Aleppos leisten kann

Die Bilder von der Zerstörung von Palmyra haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Im zerbombten Aleppo steht es um Kulturschätze mindestens ebenso dramatisch. Doch die Dokumentation der Zerstörung kann zukünftig helfen.

Bis zum Beginn des Bürgerkriegs galt die Altstadt von Aleppo mit ihren vielen Moscheen, Karawansereien und osmanischen Handelshäusern als einer der kulturell reichsten Orte der Welt. AFP; Files; Francois Guillot

Aleppo

Bis zum Beginn des Bürgerkriegs galt die Altstadt von Aleppo mit ihren vielen Moscheen, Karawansereien und osmanischen Handelshäusern als einer der kulturell reichsten Orte der Welt.

BerlinAleppo ist zu einem Symbol für das Grauen des syrischen Bürgerkriegs geworden. Die Vereinten Nationen haben das Blutvergießen im Machtkampf um die Millionenmetropole nicht verhindern können. Im Ostteil der Stadt sind ganze Viertel dem Erdboden gleichgemacht, die humanitäre Lage ist katastrophal, hunderttausend Menschen sind auf der Flucht.

In Berlin machen sich derweil Leute Sorgen um das Kulturerbe der nordsyrischen Metropole. „Da liegt eine Stadt in Trümmern und wir reden über Steine, das hat einen faden Beigeschmack“, sagt Prof. Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst in Berlin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Und doch kann unsere Arbeit vielleicht einmal dazu beitragen, diesem geschundenen Land seine kulturelle Identität wiederzugeben.“

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Bis zum Beginn des Bürgerkriegs galt die Altstadt von Aleppo, seit 1986 auf der Welterbe-Liste der Vereinten Nationen, mit ihren zahllosen Moscheen, Karawansereien und osmanischen Handelshäusern als einer der kulturell reichsten Orte der Welt.

Im Rahmen des Netzwerkes „Die Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ des Auswärtigen Amtes arbeitet das Museum an einem Forschungsprojekt, das irgendwann einmal den Wiederaufbau zerstörter Kulturdenkmäler ermöglichen sollen.

Gemeinsam mit syrischen Experten erstellen deutsche Wissenschaftler eine Datenbank, die die kriegsbedingten Schäden in Aleppo systematisch dokumentiert. Parallel dazu entsteht am Deutschen Archäologischen Institut ein 3D-Modell des städtischen Basars, der mit seinen 6000 kleinen Läden vormals als einer der schönsten in der islamischen Welt galt.

„Einige Regionen der Altstadt sind durch Tunnelbomben zerstört wie durch ein Erdbeben. Da steht kein Stein mehr auf dem anderen“, sagt Weber. „Eines der schönsten Minarette Syriens, das der Umayyadenmoschee, wurde schon 2014 dem Erdboden gleichgemacht, die gesamte Moschee brannte aus. Viele Gebäude werden sich wiederaufbauen lassen, aber viele sind auch unwiederbringlich verloren.“

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