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07.10.2014

08:58 Uhr

Syrisches Grenzgebiet

Kurden protestieren gegen IS-Terror

Hunderte Kurden gehen in mehreren Städten Europas auf die Straßen und demonstrieren gegen die IS-Terroristen. Sie wollen die Welt auf die verzweifelte Lage in der umkämpften syrischen Stadt Kobane aufmerksam machen.

Kurden demonstrieren vor dem Hamburger Rathaus gegen die IS und für die Verteidiger der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane. dpa

Kurden demonstrieren vor dem Hamburger Rathaus gegen die IS und für die Verteidiger der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane.

Den Haag/BerlinKurdische Demonstranten haben am Montagabend in mehreren Städten Europas mit Protestaktionen und Besetzungen auf die verzweifelte Lage in der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane aufmerksam gemacht. Die islamistische Terrormiliz IS versucht derzeit, Kobane gegen den erbitterten Widerstand kurdischer Kämpfer unter ihre Kontrolle zu bringen.

Im niederländischen Den Haag drang am Montagabend eine große Gruppe kurdischer Demonstranten in das Parlament ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Parlamentskammer, Anouchka van Miltenburg, verließen die Protestierer am frühen Morgen das Gebäude wieder, berichteten niederländische Medien am Dienstag.

Was leistet Deutschland im Irak - und was (noch) nicht?

Bis an die Grenze des Machbaren

Die Bundesregierung hat angekündigt, bei ihrer Hilfe für den Irak bis an die Grenze des politisch und juristisch Machbaren zu gehen. Was heißt das konkret?

Hilfszahlungen

Die Bundesregierung hat im Zuge der Krise 24,4 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. 4,4 Millionen sind für dringende Maßnahmen wie den Bau von Unterkünften, die Trinkwasserversorgung und medizinische Hilfe vorgesehen. 20 Millionen stehen für längerfristige Infrastrukturprojekte bereit. Auch dabei geht es in erster Linie um Wasserversorgung.

Transport von Hilfsgütern

Die Bundeswehr hat am Freitag mit Hilfsflügen in die nordirakische Kurden-Hauptstadt Erbil begonnen. Fünf Transall-Flugzeuge starteten mit mehr als 35 Tonnen Lebensmitteln und Sanitätsmaterial.

Ausrüstung

Die Bundesregierung hat sich bereiterklärt, Rüstungsgüter wie Kleinlastwagen, Schutzwesten oder Helme aus Bundeswehrbeständen an die kurdischen Streitkräfte im Nordirak zu liefern. Beschlossen ist das aber noch nicht.

Waffen

Auch Waffenlieferungen schließt die Bundesregierung nicht grundsätzlich aus. Allerdings argumentiert sie, dass andere Länder dazu eher in der Lage seien, weil die Kurden mit Waffen aus der früheren Sowjetunion und den USA kämpften.

Bundeswehreinsatz im Irak

Einzelne Politiker haben die Unterstützung der US-Militäroperation im Irak durch die Bundeswehr gefordert – der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour zum Beispiel. Für die Bundesregierung ist das derzeit kein Thema. Die USA bekämpfen die Terrormiliz IS mit Luftangriffen.

Am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel gab es ebenfalls eine Solidaritätsaktion von Kurden. Dort forderten Kurden ein entschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS und humanitäre und militärische Hilfe für die Einwohner von Kobane.

Auch in mehreren deutschen Städten gab es Proteste mit einigen tausend Teilnehmern. In Düsseldorf und Bonn drangen die Demonstranten kurzzeitig in Gebäude des Westdeutschen Rundfunks und des Auslandssenders Deutsche Welle ein. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 600 Kurden. Für den Vormittag (10.00 Uhr) war eine weitere Demonstration in der Hauptstadt angemeldet. Auch aus Hamburg, Dortmund, Münster und Essen wurden spontane Demonstrationen gemeldet.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Woifi Fischer

07.10.2014, 10:37 Uhr

Kurden protestieren gegen IS-Terror,
sie sollen nicht aus sicherer Entfernung Protestieren, sondern ihren bedrängten Landsleute zu Hilfe eilen, das wäre das Gebot der Stunde.

Herr Günther Schemutat

07.10.2014, 11:37 Uhr

Die Kurden müssen noch mehr protestieren bis auch der letzte POlitiker aufwacht und sagt: Was tun wir den Kurden an. Die Türkei lässt keine Kurden zum Kämpfen nach Kobane und die Amerikaner haben das Bomben verlernt. Da wird eine wichtige Höhe von der Isis eingenommen und die kann man mit Bomben abtragen incl, der Isis Schlächter. Macht aber keiner.?

Da zeigt man kurz im Nordirak wie ein Kurdischer Kämpfer versucht ein Magazin in ein G 3 Gewehr zu schieben. Damit gab es schon 1970 Probleme. Daher wurde das Bild auch nur Sekunden gezeigt.

Den Türken kann ich nur sagen die Unterstützung der Isis wird sie teuer zu stehen kommen, wenn erst einmal Kobane eingenommen wird. Die Anschläge von der PKK werden massiv zunehmen und die Isis wird versuchen die Grenzregion der Türkei zu destabilisieren. Viel Spaß Erdogan!

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