Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2014

15:17 Uhr

Tätlicher Angriff

Türkischer Richter sieht Leggins als Provokation

Ein Mann greift seine geschieden lebende Frau an und verletzt sie mit mehreren Messerstichen. Für den Richter war allerdings klar: Die Frau hatte den Mann ja auch zuvor mit dem tragen von zu engen Leggins provoziert.

Ein türkisches Gericht hat einem Mann, der seine Ex-Frau mit einem Messer angriff, zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei wurde als strafmildernd gewertet, dass die Frau durch das Tragen einer Leggins provoziert habe. dpa

Ein türkisches Gericht hat einem Mann, der seine Ex-Frau mit einem Messer angriff, zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei wurde als strafmildernd gewertet, dass die Frau durch das Tragen einer Leggins provoziert habe.

IstanbulEin Gericht in der Türkei hat die engen Leggings einer Frau als Provokation gewertet und ihrem Angreifer Strafnachlass gewährt. Der Mann habe seine Frau, die sich von ihm scheiden lassen wollte, mit mehreren Messerstichen verletzt, berichtete die Online-Ausgabe der Zeitung „Hürriyet“ am Donnerstag. In dem Prozess in Erzurum im Osten des Landes hätten die Richter nun als strafmildern unter anderem gewertet, dass das Opfer seinen Mann mit engen Leggings provoziert habe. Sie verurteilten den Angeklagten zu sechs Jahren und drei Monaten Haft; die Anklage hatte bis zu 15 Jahren Gefängnis gefordert.

Der Angeklagte hatte seine Frau an einer Tankstelle im Wagen eines anderen Mannes gesehen und sie daraufhin mit einem Messer attackiert. Vor Gericht sagte der Angeklagte laut „Hürriyet“ aus, seine Frau hätte ihm vor der Ehe versprochen, das islamische Kopftuch anzulegen. Dann habe sie sich aber eine Arbeitsstelle gesucht und sei mit Makeup und offenem Haar auf die Straße gegangen. Das Paar lebte in Scheidung, als der Mann seine Frau mit dem Messer verletzte.

Gewalt gegen Frauen gehört zu den größten sozialen Problemen der Türkei. Nach einer Zählung des Internetportals Bianet wurden im ersten Halbjahr 129 Frauen von ihren Männern oder Lebenspartnern getötet und fast 300 verletzt. Frauenverbände werfen der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor, nicht genug gegen die Gewalt zu tun. In den vergangenen Tagen hatte Erdogans Stellvertreter Bülent Arinc mit der Forderung, Frauen sollten sich in der Öffentlichkeit sittsam kleiden und nicht laut lachen, die Kritik von Frauengruppen und der Opposition auf sich gezogen.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ossi NB

31.07.2014, 16:06 Uhr

Jawoll! Der Islam gehört zu Deutschland und die Türkei endlich in die EU!

Herr Peter Spiegel

31.07.2014, 18:09 Uhr

Illu Minator:
Volle Zustimmung!

Herr Horst Hamacher

31.07.2014, 19:34 Uhr

Wenn wir dann endlich alle so leben, wie es sich die Hypermoralisten muslimischer Prägung in der Türkei so vorstellen, werden wir am Ende alle glücklich und zufrieden sein :-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×