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13.11.2013

07:18 Uhr

Taifun-Katastrophe

Bilder, die bewegen

Im Juni die Flut, jetzt der Taifun: Beide Katastrophen haben eine enorme Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Spendenvolumen der Deutschen wird 2013 so hoch sein wie nie. Auch andere Länder bewegt das Leid der Philippinen.

Düsseldorf/Rom/Bern/ParisLandstriche plattgewalzt, Leichen am Straßenrand, Gesichter gezeichnet von Ungläubigkeit und Verzweiflung. Zerstörung und Leid hat Taifun „Haiyan“ den Philippinen beschert, die Bilder erschüttern die Menschen weltweit. Die Vereinten Nationen bitten für die Versorgung der Überlebenden um finanzielle Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe. In Manila veröffentlichten sie einen Spendenaufruf an ihre 193 Mitgliedsländer in Höhe von 297 US-Dollar (222 Millionen Euro).

„Es ist noch zu früh, das Ausmaß der Schäden zu beziffern, aber es ist klar, dass der Bedarf groß ist“, sagt Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in Manila. „Die Philippinen haben schon viele Katastrophen erlebt, aber keine, die so zerstörerisch war und so viele Menschenleben gefordert hat.“ Der Spendenaufruf gelte zusätzlich zu den 25 Millionen Dollar, die die Uno bereits zur Verfügung stellten, sagte Amos.

Große Bereitschaft zu helfen gibt es auch in Deutschland. Hilfsorganisationen haben sich zu Bündnissen zusammengeschlossen und Spendenkonten eingerichtet. „Jede Katastrophe löst einen Spendenimpuls aus, erst recht, wenn das Ausmaß der Katastrophe so verheerend ist, wie wir sie derzeit in den Bildern von den Philippinen zu sehen bekommen“, sagt Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, einem Dachverband spendensammelnder gemeinnütziger Organisationen.

Das könnte dazu führen, dass das Spendenvolumen in Deutschland 2013 einen neuen Rekordwert erreicht. Der Grund: Das Jahr 2013 wartet gleich mit zwei Katastrophen auf, die die Deutschen bewegen – erst die Flut in Deutschland, nun der Taifun auf den Philippinen.

So können Sie helfen

Aktion Deutschland

Aktion Deutschland Hilft

Stichwort: Taifun Haiyan Spendenkonto 10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 Onlinespenden: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Deutsches Rotes Kreuz

DRK-Konto 414141, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 Onlinespenden hier.

Caritas International

Stichwort: Nothilfe Taifun Spendenkonto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00

Malteser Hilfsdienst

Stichwort: Taifun Konto 120 120 001 2, BLZ 370 601 20, Pax-Bank Onlinespenden hier.

Johanniter-Unfall-Hilfe

Stichwort: Taifun Haiyan Spendenkonto 8888, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 Online hier.

Medico

Medico bittet für SOS um Spenden Stichwort: Philippinen Kontonummer 1800, Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01

Help – Hilfe zur Selbsthilfe

Stichwort: Taifun Haiyan Spendenkonto 2 4000 3000, Commerzbank Bonn, BLZ 370 800 40 Onlinespenden hier.

I.S.A.R. Germany

Konto 118 25 00, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00 Onlinespenden hier.

Diakonie Katastrophenhilfe

Stichwort: Philippinen Konto 502 502, Ev. Darlehensgenossenschaft, BLZ 210 602 37

Plan International Deutschland

Stichwort: Taifun Haiyan Konto 9444 933, BLZ 251 205 10

World Vision Deutschland

Stichwort: Taifun Konto 66601, Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60

Bündnis Entwicklung Hilft

Stichwort: Taifun Konto 5151, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

Von Januar bis August diesen Jahres wurden nach einer Erhebung der GfK bereits rund 2,56 Milliarden Euro gespendet. Deutlich mehr als in den beiden Vorjahren. Wobei die Katastrophenhilfe nicht mal ein Fünftel der Gesamtsumme ausmacht. Größere Summen kommen kirchlichen Zwecken, der Kinderhilfe oder nicht-humanitären Zwecken wie Kultur- und Denkmalpflege, Umwelt-, Natur- und Tierschutz zu Gute.

Mehr als die knapp 2,6 Milliarden Euro, die 2013 schon gespendet wurden, waren es im gleichen Zeitraum nur in den Jahren 2005 mit 2,68 Milliarden Euro – eine Folge der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 – und im Jahr 2010 mit 2,63 Milliarden Euro. Damals erschütterten Erdbeben in Pakistan und Haiti die Weltgemeinschaft.

Die GfK-Untersuchung stützt sich auf eine Befragung von 10.000 Privatpersonen. Sie klammert Unternehmensspenden und Erbschaften aus, auch Spenden an politische Parteien und gerichtlich veranlasste Bußgelder wurden nicht berücksichtigt. Der durchschnittliche Betrag, der von den Spendern einer der Organisationen anvertraut wurde, lag bei knapp 30 Euro.

„Menschen helfen und spenden damit eher, wenn sie sich mit dem Leid identifizieren können, wenn sie merken: Das kann auch mir und meiner Familie passieren“, sagt Felser im Gespräch mit Handelsblatt Online und erklärt so die hohe Spendenbereitschaft im Land während der Flutkatastrophe im Juni. „Außerdem haben wir dabei gesehen, wie wichtig die mediale Berichterstattung für die Spendenbereitschaft ist.“ Etwa die Hälfte des Spendenaufkommens wurde über die Medien generiert. Es gab Galas, Sondersendungen und regelmäßige Aufrufe – das wiederholt sich nun wie die tägliche Berichterstattung zeigt. „Angesichts des Ausmaßes der aktuellen Katastrophe wird die Hilfsbereitschaft der Deutschen auch jetzt groß sein“, sagt Felser. (Stefan Kaufmann)

Kommentare (21)

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Markus

13.11.2013, 07:35 Uhr

Die Menschen auf den Philippinen sind streng gläubige Katholiken...
Weder im normalen Leben, noch jetzt in der Not kommt die Kirche auf die Idee den Menschen dort mit GELD und nicht nur mit frommen Sprüchen und Gebeten zu helfen...
Anderrerseits - wer eiener Religion anhängt und dessen Lügenmärchen glaubt, ist wohl selber schuld...

Account gelöscht!

13.11.2013, 07:40 Uhr

Phillipiner: "Hey Papst, wir verhungern!" - Papst: "Ich bete für euch. Und hier hast Du eine Bibel. Ach, fühl ich mich gut!"

senfra

13.11.2013, 07:48 Uhr

Ein lecker Braten für Hilfsorganisationen aller Art sich die Taschen WIEDER vollzustopfen.

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