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09.03.2013

09:54 Uhr

Taliban-Anschlag in Kabul

„Botschaft“ an US-Verteidigungsminister Hagel

Bei einem Anschlag in Afghanistans Hauptstadt wurden neun Menschen getötet. Die Taliban bekannten sich und sprachen von einer „Botschaft“ an US-Verteidigungsminister Hagel, der sich derzeit im Land befindet.

US-Verteidigungsminister Hagel in Afghanistan. AP/dpa

US-Verteidigungsminister Hagel in Afghanistan.

KabulBei einem Selbstmordanschlag während des Besuchs von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in Afghanistan sind am Samstag neun Zivilisten getötet worden. 13 weitere wurden verletzt, darunter zwei Mitarbeiter des afghanischen Verteidigungsministeriums, wie die Polizei in Kabul mitteilte. Der Anschlag ereignete sich vor dem Verteidigungsministerium in der afghanischen Hauptstadt, Hagel selbst befand sich zu dem Zeitpunkt in einer US-Einrichtung.

„Ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad zündete seine mit Sprengstoff gefüllte Weste um 09.00 Uhr am Eingang des Verteidigungsministeriums“, erklärte der Chef der Kriminalpolizei in Kabul, General Mohammad Sahir. Vom Verteidigungsministerium in Kabul war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.Nach Ministeriums- und Nato-Angaben zündete der Attentäter seine Bombe etwa 30 Meter vom Haupteingang des Gebäudes entfernt. Nach der Detonation waren Schüsse zu hören. Die Straßen in der Umgebung wurden abgeriegelt.

Anschlag in Kabul während Besuch von US-Minister Hagel

Video: Anschlag in Kabul während Besuch von US-Minister Hagel

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Hagel hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags in einer US-Einrichtung in Kabul auf. Mitreisende Journalisten wurden informiert, dass keine Gefahr für den US-Verteidigungsminister bestanden habe. Laut Pentagon war Hagel während des Anschlags in einer Besprechung, die ohne Unterbrechung fortgeführt worden sei.

Zu dem Selbstmordanschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ihr Sprecher, Sabiullah Mudschahid, bezeichnete den Anschlag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP als "Botschaft" an Hagel. „Dies war kein direkter Anschlag, um ihn zu treffen, aber wir wollten eine Botschaft aussenden, dass wir immer in der Lage sind, Kabul zu treffen, auch wenn der US-Top-Verteidigungsbeamte dort ist“, sagte der Sprecher.

Nach Angaben der Taliban wurden bei dem Anschlag „15 ranghohe Beamte des Verteidigungsministeriums“ getötet, „viele weitere“ seien verletzt worden. Die Taliban geben regelmäßig höhere Opferzahlen an.

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