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22.04.2015

14:35 Uhr

Taliban-Terror in Kundus

Vermisster Deutscher soll entführt worden sein

In Kundus wird ein deutscher Entwicklungshelfer vermisst. Ein hochrangiger Polizist sagt, der Mann sei von Taliban entführt worden, offiziell bestreitet das die Polizei aber. Ein Augenzeuge will die Geisel gesehen haben.

Ein deutscher Entwicklungshelfer in Afghanistan ist in der nordafghanischen Stadt Kundus verschwunden. dpa

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Ein deutscher Entwicklungshelfer in Afghanistan ist in der nordafghanischen Stadt Kundus verschwunden.

KundusEin in der nordafghanischen Provinz Kundus vermisster deutscher Entwicklungshelfer ist nach Angaben aus Polizeikreisen von den Taliban entführt worden. Der Mann sei am Sonntag auf dem Weg vom Distrikt Aliabad nach Kundus-Stadt gewesen, als er verschleppt worden sei, sagte ein hochrangiger Polizist, der anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Kundus.

Die Taliban hätten den Deutschen in den Unruhedistrikt Char Darah gebracht. Die Geisel sei am Leben. Offiziell dementierte Polizeisprecher Sayed Sarwar Hussaini weiterhin, dass es einen Vermissten- oder Entführungsfall gegeben habe. Es handele sich um „unbegründete Gerüchte“.

Ein Bewohner von Char Darah, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: „Ich habe am Montag einen Ausländer auf einem Motorrad mit einer Taliban-Gruppe gesehen. Als ich fragte, wer er sei, sagten die Taliban, er sei Geld.“ Damit bezog sich der Augenzeuge auf mögliches Lösegeld für die Geisel.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise berichtet, der Vermisste arbeite für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, ein Krisenstab befasse sich mit dem Fall. Eine offizielle deutsche Bestätigung, dass der Vermisste entführt wurde, lag zunächst nicht vor.

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Zuletzt war im vergangenen Oktober in Afghanistan ein deutscher Entwicklungshelfer nach mehr als zweieinhalb Jahren Geiselhaft freigekommen. Der Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe war im Januar 2012 von Extremisten aus einem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan verschleppt worden.

Die Bundeswehr war vor eineinhalb Jahren aus Kundus abgezogen. Die GIZ beschäftigt dort aber weiterhin internationale und einheimische Mitarbeiter. Seit dem Abzug der Bundeswehr hat sich die Sicherheitslage deutlich verschlechtert.

Von

dpa

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