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08.11.2015

17:06 Uhr

Taliban und IS bekämpfen sich

Krieg der Terroristen

Beide Gruppen treiben Außenpolitikern weltweit die Sorgenfalten auf die Stirn, beide gelten als hochgefährlich. Jetzt bekämpfen sich in Afghanistan Taliban und Mitglieder des Islamischen Staates gegenseitig.

Wenn sich Taliban und Islamischer Staat bekriegen, bleibt für Zivilisten wenig Platz. Viele versuchen, den Kämpfen zu entkommen. dpa

Zur Flucht gezwungen

Wenn sich Taliban und Islamischer Staat bekriegen, bleibt für Zivilisten wenig Platz. Viele versuchen, den Kämpfen zu entkommen.

KandaharIn Afghanistan sind Polizeiangaben zufolge bei Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und Kämpfern der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Mit dem IS verbundene Gruppen hätten in der Provinz Sabul sieben Menschen brutal getötet, die am 1. Oktober von ihnen entführt worden seien, sagte ein Polizeivertreter am Sonntag. Darunter seien drei Frauen gewesen. Alle Toten hätten der ethnischen Gruppe der Hasara angehört. In anderen Gebieten der Provinz seien bei Gefechten 60 IS-Kämpfer und 15 Taliban getötet worden. Beide Seiten kämpfen am Hindukusch um die Vorherrschaft.

Dabei hätten sich IS-Kämpfer offenbar einem abtrünnigen Taliban-Kommandeur namens Mullah Mohammed Rassul angeschlossen, teilte die Regierung in der Provinz Sabul am Sonntag mit.

Die Gruppe um Rassul will den neuen Taliban-Führer Mullah Mansur nicht anerkennen. Ein Vertrauter Mansurs sagte, sie habe aber nur wenige Kämpfer auf ihrer Seite, weshalb sie auf die Unterstützung des IS angewiesen sei.

In Afghanistan hatten sich zunehmend Radikale dem IS angeschlossen, der dort langsam seine Präsenz aufbaut. Die Gruppe kontrolliert mehrere Bezirke in der Provinz Nangarhar an der Grenze zu Pakistan und ist zunehmend auch in Sabul aktiv.

Die Nato wird ihren Einsatz in Afghanistan wegen der verschlechterten Sicherheitslage wohl verlängern. Seit Anfang des Jahres sind die mehr als 10.000 Nato-Soldaten, darunter knapp 700 Deutsche, nur noch zur Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte vor Ort. Ihr Kampfeinsatz endete 2014. Zuletzt schockierte die zeitweilige Eroberung der Stadt Kundus durch die radikalislamischen Taliban die internationale Gemeinschaft.

Von

rtr

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