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22.05.2013

12:39 Uhr

Tarif-Streit

Verdi will mehr Lohn für Karstadt-Mitarbeiter

Karstadt spricht von einer Tarifpause und stößt damit auf Unmut bei den Beschäftigten. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigen Widerstand an. Nach ersten Aktionen Anfang der Woche wollen sie den Druck nochmals erhöhen.

Es scheint immer nur in eine Richtung zu gehen: Verzicht aufseiten der Mitarbeiter. Karstadt will mit einer zweijährigen Tarifpause geschätzte 36 Millionen Euro an den Gehältern der Mitarbeiter sparen. Diese wollen sich nun wehren. dpa

Es scheint immer nur in eine Richtung zu gehen: Verzicht aufseiten der Mitarbeiter. Karstadt will mit einer zweijährigen Tarifpause geschätzte 36 Millionen Euro an den Gehältern der Mitarbeiter sparen. Diese wollen sich nun wehren.

EssenTrotz des Ausstiegs von Karstadt aus der Tarifbindung will der Betriebsrat des Essener Warenhauskonzerns Lohnerhöhungen für die Beschäftigten durchsetzen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten an Lohnsteigerungen partizipieren können. Ein Weg könnten sogenannte Anerkennungstarifverträge auf Landesebene sein“, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe.

Karstadt hatte vor wenigen Tagen angekündigt, aus der Tarifbindung auszusteigen. Mögliche Lohnerhöhungen aus der aktuellen Tarifrunde könnten somit an den Karstadt-Beschäftigten vorbeigehen.

„Das letzte Wort in der Sache ist noch nicht gesprochen“, sagte Patzelt dazu. „Natürlich sind viele Kollegen verärgert“, erklärte der Betriebsratschef. „Die Beschäftigten von Karstadt haben in den vergangenen Jahren auf viel Geld verzichtet, um das Unternehmen zu stützen. Die Karstadt-Mitarbeiter sind die Helden der vergangenen Jahre. Insofern haben sie sich ordentliche Einkommen und sichere Jobs mehr als verdient.“

Die Gewerkschaft Verdi kündigte unterdessen an, den Druck auf Karstadt weiter erhöhen zu wollen. Nach einem ersten Warnstreik von Karstadt der Beschäftigten am Dienstag werde derzeit über mögliche weitere Aktionen beraten, sagte ein Sprecherin.

In einem an die Kunden verteilten Flugblatt hatten die Mitarbeiter des Karstadt-Hauses im hessischen Sulzbach dem Unternehmen „Tarifflucht“ vorgeworfen. „Die Beschäftigten von Karstadt wollen sich zu Recht nicht weiter „schröpfen“ lasse“, hieß es.

Von

dpa

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