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12.11.2011

09:03 Uhr

Technische Panne

S&P mit Details zu Frankreich-Falschmeldung

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat durch einen technischen Fehler die Märkte verunsichert. Nun hat sie eine detaillierte Erklärung für die Falschmeldung, Frankreichs Bonität sei herabgestuft worden, vorgelegt.

Böser Fehler der Ratingagentur Standard & Poor's. dapd

Böser Fehler der Ratingagentur Standard & Poor's.

New York/Paris/BerlinDie irrtümliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch Standard & Poor's ist nach Angaben der Ratingagentur auf einen technischen Fehler ohne jeden Bezug zur Bonität des Landes zurückzuführen. Wie Standard & Poor's am Freitag mitteilte, hing das Problem mit einem Angebot des Unternehmens zur Bewertung der Risiken in den Bankensektoren einzelner Länder (BICRA) zusammen. Demnach wurden die Angaben zum französischen Bankensektor im Dezember 2010 zu Testzwecken auf die Hauptseite von Standard & Poor's geschaltet, die BICRA-Bewertungen anderer Staaten wurden dann aber nicht auf dieses Portal gestellt.

Als am Donnerstag eine neue BICRA-Bewertung veröffentlicht wurde, wurde für Frankreich automatisch „nicht verfügbar“ angegeben. Das System interpretierte dies irrtümlich als Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes, woraufhin eine entsprechende Nachricht an einige Abonnenten geschickt wurde. Es seien „umgehend“ Schritte eingeleitet worden, damit sich ein solcher Fehler nicht noch einmal ereignen könne, erklärte Standard & Poor's. Die Agentur arbeite zudem mit den Behörden zusammen, die den Vorfall untersuchten.

Kommentar: Fataler Fehler

Kommentar

Fataler Fehler

Die irrtümliche Herabstufung von Frankreich hat eines gezeigt: Die Ratingagenturen haben aus der Krise nichts gelernt. Wir brauchen endlich eine unabhängige Institution, die die Bonität von Ländern beurteilt.

Die Falschmeldung, dass Frankreich die Bestnote „AAA“ verliert, hatte in Frankreich für Empörung gesorgt. Frankreichs Finanzminister François Baroin forderte eine Untersuchung der Vorgänge. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF leitete Ermittlungen ein und nahm Kontakt zur Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf.

In Deutschland hatte der Bundestag unterdessen für eine Resolution zur besseren Kontrolle über die Agenturen gestimmt.

Standard & Poor's hatte bereits am Donnerstag erklärt, einigen Abonnenten wegen eines „technischen Fehlers“ eine Nachricht geschickt zu haben, wonach die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft wurde. Dies sei jedoch falsch, die Note Frankreichs bleibe bei der Bestnote „AAA“. Die Aussichten seien stabil und der Vorfall bedeute auch nicht, dass die Note derzeit unter besonderer Beobachtung stehe.

Frankreichs Finanzminister François Baroin hat eine Untersuchung der Vorgänge gefordert. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF leitete Ermittlungen ein und nahm Kontakt zur Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

12.11.2011, 09:41 Uhr

Ich denke, es wird Zeit, die Ratingagenturen zu bewerten.

Mein Rating für S&P: CCC, Aussicht negativ.

Account gelöscht!

12.11.2011, 09:52 Uhr

Ich verstehe die Begründung von S&P nicht. Der Artikel ist nicht hilfreich.

S2C

12.11.2011, 10:09 Uhr

Die sagen, dass sie nur für Frankreich eine automatisch generierte (also nicht von Analysten verfasste) Bonitätsbewertung ins Netz gestellt haben, die dann dort vergessen wurde und auch noch schlampig programmiert wurde. Und das Ganze wird dann noch schön mit dem unterschwelligen Vorwurf übertüncht, dass die französischen Banken das eigentliche Problem wären. Das steht da zwar nicht, das ist ja die Methode bei unterschwelligen Botschaften..

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