Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2012

13:28 Uhr

Teddy-Abwurf

Weißrussland legt im Streit mit Schweden nach

Weißrussland verschärft seine Sanktionen gegen Schweden nach einer Aktion von schwedischen Menschenrechtlern. Bis Ende des Monats müssen alle Mitarbeiter schwedischer Vertretungen das Land verlassen.

Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sämtliche schwedische Diplomaten ausgewiesen. dpa

Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sämtliche schwedische Diplomaten ausgewiesen.

MinskDer diplomatische Streit zwischen Weißrussland und Schweden gewinnt nach einer aufsehenerregenden Aktion von Menschenrechtlern an Schärfe. Das weißrussische Außenministerium kündigte am Mittwoch den Abzug seines gesamten Botschaftspersonals in dem skandinavischen Land an. Zudem ordnete das autokratisch regierte Land an, alle Mitarbeiter der schwedischen Vertretungen müssten Weißrussland bis zum 30. August verlassen. Die Beziehungen zu Schweden sollten aber nicht komplett auf Eis gelegt werden.

Mit dem Schritt eskaliert der Streit, den der Abwurf von rund 800 Teddybären aus einem Flugzeug Anfang Juli ausgelöst hatte. Die Stofftiere waren mit pro-demokratischen Sprüchen versehen, die die Regierung in Minsk zu mehr Respekt vor Menschenrechten aufforderten. Das Kleinflugzeug hatte eine schwedische PR-Agentur gechartert.

In Stockholm twitterte Außenminister Carl Bildt: "(Präsident Alexander) Lukaschenko wirft nun alle schwedischen Diplomaten aus Weißrussland hinaus. Seine Angst vor Menschenrechten markiert neue Rekordstände." Anfang August hatte Weißrussland bereits den schwedischen Botschafter des Landes verweisen und den eigenen Botschafter aus Stockholm zurückbeordert.

Als Reaktion auf das Vorgehen der Regierung in Minsk erklärte Schweden den avisierten neuen weißrussischen Botschafter in Schweden für nicht willkommen. Außerdem wurden zwei weißrussische Diplomaten aufgefordert, das skandinavische Land zu verlassen. In der aktuellen Erklärung des weißrussischen Außenministeriums begründete das Land sein Handeln damit, dass Schweden die Situation damit verschlimmert habe.

Für den seit 1994 autokratisch regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko kommt der Teddy-Abwurf einer Demütigung gleich. Er hat seither die Chefs von Luftabwehr und Grenzschutz ausgewechselt. Auch hat er angeordnet, bei drohenden Verletzungen des heimischen Luftraums, nicht zu zögern, Waffen einzusetzen. Am Dienstag waren zwei Männer wegen des Verdachts der Mithilfe an der Aktion festgenommen worden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×