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11.07.2014

04:08 Uhr

Telefonat mit Netanjahu

Obama bietet sich Israel als Vermittler an

Von einer Waffenruhe will Israel nichts wissen, die Angriffe auf den Gazastreifen gehen weiter. Nun bietet sich US-Präsident Obama als Vermittler an. Kann der Friedensnobelpreisträger einen Sinneswandel herbeiführen?

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu demonstriert Entschlossenheit. dpa

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu demonstriert Entschlossenheit.

Washington/Tel AvivIm eskalierten Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Hamas hat US-Präsident Barack Obama sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Vermittler angeboten. Die USA seien bereit, ein „Ende der Feindseligkeiten“ herbeizuführen, sagte Obama in einem Telefonat mit Netanjahu laut einer Mitteilung des Weißen Hauses von Donnerstag (Ortszeit). Unter anderem sei dies möglich durch eine Rückkehr zu der im November 2012 vereinbarten Waffenruhe. Obama zeigte sich besorgt über eine weitere Eskalation der Gewalt und sagte, alle Seiten müssten die Leben von Zivilisten schützen und Ruhe einkehren lassen.

Derzeit sprechen zwischen den verfeindeten Parteien nur die Waffen. Seit Dienstag hat die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben schon fast 900 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg am Donnerstag auf 88, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. 660 Menschen wurden verletzt.

Am Abend teilte das israelische Militär mit, dass binnen drei Tagen mindestens 384 von militanten Palästinensern im Gaza-Streifen abgefeuerte Raketen Israel getroffen haben. Weitere 88 seien von der Raketenabwehr abgefangen worden.

„Die Operation geht voran wie geplant“, sagte Netanjahu. „Wir haben der (radikal-islamischen) Hamas schweren Schaden zugefügt. Aber wir werden noch härter zuschlagen, während die Operation weitergeht.“ Zuvor hatte Netanjahu bekräftigt, eine Feuerpause stehe nicht auf der Tagesordnung und er verhandle momentan auch mit niemandem.

Menschliche Schutzschilde

Die Hamas-Miliz rief die Bewohner Gazas auf, sich als menschliche Schutzschilde zur Verfügung zu stellen. Ein Sprecher lobte jene Palästinenser als Vorbilder, die kurz vor einem israelischen Angriff auf die Dächer ihrer Häuser gestiegen waren.

Hamas lehnt Israels Existenzrecht sowie eine Friedensregelung ab. Die Organisation sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete. Auslöser der jüngsten Krise waren der gewaltsame Tod dreier jüdischer Jugendlicher und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Gewalt und mahnte zur Mäßigung. „Es ist inakzeptabel für die Zivilisten auf beiden Seiten, dass sie permanent in Angst vor dem nächsten Luftangriff leben müssen“, sagte Ban in New York vor dem UN-Sicherheitsrat. Er ermahnte die Parteien, eine Feuerpause zu ermöglichen. Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern unter US-Vermittlung waren im April gescheitert.

Forderungen der Hamas und Israels für eine Waffenruhe

Härterer Schlagabtausch

Israel und die militanten Palästinenser im Gazastreifen liefern sich einen immer härteren Schlagabtausch. Beide Seiten haben Bedingungen für eine neue Waffenruhe genannt. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, hat fünf Forderungen aufgestellt:

Erste Forderung

Ende der Blockade des Gazastreifens

Zweite Forderung

Ende der israelischen Militäroperationen im Westjordanland, in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen

Vierte Forderung

Israel soll Sabotageversuche des Versöhnungspakts zwischen Hamas und der gemäßigten Fatah stoppen

Dritte Forderung

Israel soll alle Palästinenser freilassen, die vor drei Jahren im Tausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren und dann wieder festgenommen wurden

Fünfte Forderung

Israel soll die Arbeit der neuen palästinensischen Einheitsregierung von Fatah und Hamas nicht stören. Die Palästinenserbehörde soll nicht daran gehindert werden, Gehälter an rund 42.000 Angestellte der Hamas im Gazastreifen auszuzahlen.

Israels Forderung

Israel fordert als Bedingung für ein Ende seiner Angriffe im Gazastreifen einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelische Städte und eine Wiederherstellung der Ruhe.

Die israelische Regierung hat eine Bodenoffensive im Gazastreifen nicht ausgeschlossen und setzt die Vorbereitungen dafür fort. 20.000 Reservisten seien mobilisiert worden, um die Streitkräfte zu unterstützen. "Wir haben lange Tage des Kampfes vor uns", sagte Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Ein Hamas-Sprecher sagte dazu: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind bereit, bis zum Ende zu kämpfen."

Kommentare (1)

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Der Sagitta

11.07.2014, 07:52 Uhr

Obama der Friedenspreisträger......
Hmmmm, da fällt mir nur noch Drohnenbomber ein. Ich bin sprachlos.

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