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09.02.2017

21:50 Uhr

Telefonat mit Putin

Trump bemängelt New-Start-Vertrag

Während eines Telefonats mit Putin muss der US-Präsident unterbrechen, um sich über einen Abrüstungsvertrag zu informieren. Dann kritisiert er das Abkommen aus der Obama-Ära, das Atomsprengköpfe deutlich reduzieren soll.

Das Symbolbild zeigt Donald Trump am Telefon: Während eines Telefonats mit Wladimir Putin bemängelt der neue US-Präsident einen Abrüstungsvertrag aus der Zeit unter Barack Obama. AP

Donald Trump

Das Symbolbild zeigt Donald Trump am Telefon: Während eines Telefonats mit Wladimir Putin bemängelt der neue US-Präsident einen Abrüstungsvertrag aus der Zeit unter Barack Obama.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat Insidern zufolge in seinem ersten Telefonat mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin Ende Januar den noch unter Barack Obama ausgehandelten Abrüstungsvertrag kritisiert. Das New Start genannte Abkommen, das die Zahl der Atomsprengköpfe verringern soll, sei ein schlechter Deal für die USA, sagte Trump nach Angaben aus US-Regierungskreisen.

Das US-Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Auf eine vorherige Anfrage hatte es lediglich auf die nach dem Telefonat auf seiner Website veröffentlichte Erklärung verwiesen. Darin wird keine Diskussion zwischen Trump und Putin über den New-Start-Vertrag erwähnt.

Mehrere mit dem Gespräch vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Putin habe in dem Telefonat am 28. Januar die Möglichkeit einer Ausweitung von New Start angesprochen. Er habe angeregt, die Gespräche wiederzubeleben und über mehrere Streitfragen zu sprechen.

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Trump habe daraufhin das Telefonat unterbrochen, um seine Berater zu fragen, worum es in dem Vertrag gehe, sagten die Insider. Dann habe Trump Putin geantwortet, der Vertrag sei eines von mehreren unter seinem Vorgänger Obama ausgehandelten schlechten Abkommen. New Start bevorzuge Russland, habe Trump gesagt.

Schließlich habe der US-Präsident über seine eigene Popularität gesprochen, sagten die Insider. Bei ihnen handelt es sich um zwei amtierende und einen früheren Mitarbeiter der US-Regierung, denen der Inhalt des Telefonates bekannt ist.

Bislang wurde nicht darüber berichtet, dass Trump in dem einstündigen Gespräch mit Putin Zweifel über den New-Start-Vertrag geäußert hat. Das Abkommen gibt beiden Staaten bis Februar 2018 Zeit, die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf jeweils maximal 1550 zu verringern. Das ist die niedrigste Zahl seit Jahrzehnten. Außerdem soll die Anzahl der Trägersysteme reduziert werden.

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US-Außenminister Rex Tillerson hatte in seiner Anhörung vor dem US-Senat erklärt, er unterstütze den Abrüstungsvertrag. Sowohl Russland als auch die USA seien New Start verpflichtet.

Die Informationen über das Telefonat mit Putin nähren Befürchtungen, dass Trump nicht ausreichend auf Beratungen mit Präsidenten und Regierungschefs vorbereitet ist. Üblicherweise wird ein US-Präsident vor einem Gespräch mit einem ausländischen Staatslenker ausführlich von seinem Nationalen Sicherheitsrat (NSC) unterrichtet.

Informationen des Außenministeriums, des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste fließen ein. Zwei Insider sagten Reuters, Trump sei vor seinem Telefonat mit Putin nicht von den Russland-Experten des NSC und des Geheimdienstes informiert worden.

Von

rtr

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