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29.01.2017

08:58 Uhr

Telefonat von Trump und Putin

Schulterschluss gegen den IS

VonAndré Ballin, Pierre Heumann

Am Samstag telefonierte US-Präsident Trump mit seinem russischen Gegenpart Wladimir Putin. Sachlich sei das Gespräch gewesen, heißt es. Wichtigster Konsens: Der gemeinsame Kampf gegen islamistischen Terror – in Syrien.

Donald Trump während des Telefonats mit dem russischen Präsidenten. Reuters, Sascha Rheker

Putin am Hörer

Donald Trump während des Telefonats mit dem russischen Präsidenten.

MoskauAm Samstag lief das Telefon bei Donald Trump wohl heiß: Fünf Regierungschefs hatte der US-Präsident am Apparat, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kein Gespräch wurde allerdings mit solcher Spannung erwartet wie der Anruf nach Russland. Trump und Wladimir Putin Staatschefs hätten vereinbart, „konstruktive und gleichberechtigte“ bilaterale  Beziehungen „zu beiderseitigem Vorteil“ aufzubauen und die Kooperation in der internationalen Politik zu verstärken, teilte der Kreml-Pressedienst anschließend mit. „Das Gespräch verlief in einem positiven und sachlichen Ton“, hieß es zudem.

Die Abschaffung der Sanktionen, von Trump im Vorfeld des Telefonats als Möglichkeit in den Raum gestellt, wurde jedoch nicht angesprochen. Stattdessen handelten die beiden Staatschefs im 45-minütigen Eildurchgang die Ukraine-Krise, das Atomprogramm des Iran und Nordkoreas, die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags, die israelisch-arabischen Beziehungen und die gesamte Nahostproblematik ab. „Dabei wurde die Priorität dem gemeinsamen Kampf gegen die Hauptbedrohung – den internationalen Terrorismus – eingeräumt. Die Präsidenten haben sich für die Einrichtung einer realen Koordination der russischen und amerikanischen Handlungen zur Vernichtung des IS und anderer Terrorgruppen in Syrien ausgesprochen“, berichtete die Kreml-Webseite.

Trump ist dabei nur Trittbrettfahrer im Orient-Express: In der Syrienfrage hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Rolle des Lokführers eingenommen. Erst bombardierten seine Luftstreitkräfte die strategisch wichtige Stadt Aleppo für Assads Truppen sturmreif, dann zog Putin überraschend Waffenstillstand und Friedensplan aus der Tasche, während Washington – auch aufgrund eigener Strategielosigkeit – weitgehend zum Zusehen verurteilt war. Der US-Präsident versucht nun, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

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Sicher, für Trump gibt es wichtigeres als Syrien: Seine Devise lautet schließlich „America first“. Doch mit einem US-Einreiseverbot für Syrer – und Staatsbürger aus sechs weiteren muslimischen Staaten – ist die Krise nicht zu lösen, das ist auch dem neuen Bewohner des Weißen Hauses klar. Bei seinem Gespräch mit Putin ging es daher natürlich auch um einen gemeinsamen Ansatz in dieser Frage.

Bislang konnten die Positionen in Washington und Moskau nicht unterschiedlicher sein: Während Trumps Vorgänger Barack Obama dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorwarf und die säkuläre Opposition unterstützte, hatte Putin aus seiner Priorität, dem Machterhalt seines Verbündeten Assad, nie einen Hehl gemacht. Das sowohl im Kreml als auch im Weißen Haus formulierte Ziel der Bekämpfung des Islamischen Staats (IS) geriet dabei bei beiden Seiten in den Hintergrund.

Trump hatte während seines Wahlkampfs von einer gemeinsamen IS-Bekämpfung mit Russland gesprochen. Auch im Interview mit Fox wiederholte er seine Thesen von einer Kooperation im Terrorkampf: „Wir gehen zusammen da raus und stampfen den IS in Grund und Boden, weil der eine echte Seuche ist“, sagte er dem Sender kurz vor dem Telefonat nach Moskau.

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