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19.08.2014

10:44 Uhr

Telefonat zur BND-Bespitzelung

Türkischer Außenminister beschwert sich bei Steinmeier

ExklusivDie mutmaßliche BND-Bespitzelung der Türkei verärgert Ankara. Außenminister Davutoglu hat seinen Amtskollegen Steinmeier persönlich angerufen. Die Geheimdienstchefs beider Länder sollen sich in Kürze treffen.

Ahmet Davutoglu: Der türkische Außenminister machte am Montag seinem Ärger Luft. Reuters

Ahmet Davutoglu: Der türkische Außenminister machte am Montag seinem Ärger Luft.

AnkaraDie Affäre um die angebliche Ausspähung der Türkei durch den Bundesnachrichtendienst (BND) beschäftigt jetzt auch die Außenminister beider Länder. Nachdem bereits am Montagmorgen der deutsche Botschafter in Ankara zu einem Gespräch ins dortige Außenministerium gebeten worden war, meldete sich der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu am Montagabend telefonisch bei seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Regierungskreise in Berlin bestätigten Handelsblatt Online, es habe am Montagabend „ein längeres Gespräch“ zwischen Steinmeier und Davutoglu gegeben. Es sei dabei auch um regionale Krisenlagen im Irak und Syrien gegangen.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf diplomatische Kreise in Ankara, Davutoglu habe persönlich die Verärgerung seiner Regierung über den Fall zum Ausdruck bringen wollen. Die beiden Minister seien übereingekommen, dass die Chefs des BND und des türkischen Geheimdienstes MIT „so bald wie möglich“ zusammentreffen sollen, um die Affäre aufzuklären.

In dem Telefonat habe Davutoglu seinem deutschen Kollegen gesagt, es widerspreche dem Geist einer Allianz, wenn man einen Nato-Verbündeten zum Ziel geheimdienstlicher Aktivitäten mache, berichtete Anadolu. Dies könne die Türkei nicht hinnehmen.

Türken in Deutschland

Wahlen in der Türkei

Der türkische Staatspräsident wird erstmals direkt vom Volk gewählt. Nach Angaben des Zentrums für Türkeistudien sind 2,7 Millionen türkische Staatsbürger im Ausland wahlberechtigt.

Wahlberechtigte Türken in Deutschland

Mehr als die Hälfte der im Ausland leben Türken wohnen in Deutschland. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik knapp 1,6 Millionen Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Gut 200 000 von ihnen sind unter 20 Jahre alt.

Die Zeit der Gastarbeiter

Im Jahr 1961 trat das Anwerbeabkommen mit der Türkei in Kraft, erste „Gastarbeiter“ von dort kamen in die Bundesrepublik. Bis zum Anwerbestopp 1973 bewarben sich 2,7 Millionen Türken um einen Arbeitsplatz, bis zu 750 000 von ihnen kamen dann nach Deutschland.

Wie viele Türken leben in Deutschland?

Heute leben insgesamt drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in der Bundesrepublik (Stand: 2012). Im vergangenen Jahr ließen sich etwa 28 000 Türken einbürgern.

Deutsch-türkischer Wirtschaftsmotor

Etwa 90 000 deutsch-türkische Unternehmer erwirtschaften mehr als 40 Milliarden Euro im Jahr.

Bereits vor seinem Anruf bei Steinmeier hatte sich Davutoglu in der nordosttürkischen Stadt Artvin kritisch zu der Affäre geäußert: „Es gibt Grundprinzipien in den internationalen Beziehungen, mit denen man sehr sorgfältig umgehen sollte, vor allem zwischen verbündeten Ländern“, sagte Davutoglu vor Reportern.

Wenn sich die Berichte über die Ausspähung der Türkei als wahr herausstellen sollten, sei das „absolut inakzeptabel“. „So etwas ist völlig unentschuldbar. Wir stehen vor einer Situation, die dringend der Erklärung bedarf. Wir haben ein unbestreitbares Recht auf Antworten, und zwar so schnell wie möglich“, erklärte Davutoglu.

Kommentare (8)

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Herr Tenzin Konchuk

19.08.2014, 11:49 Uhr

Die BRD hat die DITIB herrein gebeten.
Dieser türkische shiitische Islam hat ein 7 köpfiges Iman Gremium dass die Lehre des Islams der ersten Fakultät in Tübingen überwacht. Der oberste Iman ist nur dem türkischen Aussenminister Rechenschaft schuldig. Und seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden sind die Geistlichen die besten Spione.
Man denke dabei nur an Johannes Gehlen ( GIOVANNI ) den Bruder von Reinhard Gehlen dem "Gründer" des Bundesnachrichtendienstes.

Also was soll diese künstliche Echauffage.
2 mal vor Wien gescheitert und jetzt sind sie doch mittendrin in Europa und freuen sich darüber wie wenig Cotchum Benin über khasarische Schwarzmeerküsten Dönme weiß.
Ein Schelm wer dabei böses denkt.

Herr Horst Hamacher

19.08.2014, 11:51 Uhr

Ein so despotisches Land wie die Türkei gehört rund um die Uhr abgehört, beschattet und analysiert. Dieses Land mit seinen Ambitionen zu einem Gottesstaat (Kalifat), muss aus der EU ausgeschlossen werden. Wir haben keinen Platz für möglicherweise entartete religiöse Verhaltensweisen, die wir gerade im Irak mit der IS so anschaulich demonstriert bekommen.

Herr Tenzin Konchuk

19.08.2014, 12:14 Uhr

Sure 5 Ayat 48

Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist. Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. Und wenn Allah wollte, hätte Er euch wahrlich zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber (es ist so,) damit Er euch in dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. So wetteifert nach den guten Dingen! Zu Allah wird euer aller Rückkehr sein, und dann wird Er euch kundtun, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.

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