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10.02.2017

13:37 Uhr

Telefongespräch mit Xi

Trump bekennt sich zu Ein-China-Politik

Jetzt doch: US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefongespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über die Ein-China-Politik gesprochen. Dabei versprach er, sie zu „ehren“.

Der US-Präsident hat sich im Telefongespräch mit Chinas Präsidenten Xi Jinping zur Ein-China-Politik bekannt. dpa

Donald Trump telefoniert

Der US-Präsident hat sich im Telefongespräch mit Chinas Präsidenten Xi Jinping zur Ein-China-Politik bekannt.

WashingtonDie Vereinigten Staaten wollen die Ein-China-Politik ihres Landes auch unter einem US-Präsidenten Donald Trump befolgen. Er habe dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Telefongespräch zugesagt, die Richtlinie zu „ehren“, teilte das Weiße Haus mit. Trump habe auf Nachfrage von Xi zugestimmt, hieß es. Das Gespräch sei „extrem herzlich“ gewesen.

Zuvor hatte das staatliche Fernsehen in China bekanntgegeben, Trump und das Staatsoberhaupt hätten zum ersten Mal seit der Vereidigung Trumps telefoniert. In der Vergangenheit hatte China die Vorstöße des US-Präsidenten im Zuge der Ein-China-Politik immer wieder scharf zurückgewiesen. Diese sei untrennbar von den Beziehungen zur Volksrepublik. Xi begrüßte Trumps Äußerung und sagte, China sei zur Zusammenarbeit für gegenseitigen Vorteil bereit.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,38 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Trump hatte nach seinem Wahlsieg zum Ärger Chinas mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen telefoniert. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz und besteht darauf, dass es nur diplomatische Beziehungen zu Ländern unterhält, die keine offiziellen Kontakte zu Taiwan haben.

Trump sagte im Dezember, er fühle sich an die von seinen Vorgängern seit 1979 verfolgte Ein-China-Politik nicht gebunden, falls die Volksrepublik in Handelsfragen und auf anderen Gebieten keine Zugeständnisse mache. Er warf China vor, sich durch Währungsmanipulationen Handelsvorteile zu verschaffen und drohte mit einer 45-Prozent-Steuer auf chinesische Importe. Außerdem kritisierte Trump, dass China künstliche Inseln im Südchinesischen Meer aufschütte und zu wenig gegen Nordkoreas Atomprogramm unternehme. Die Kritik Chinas am Trumps Vorgehen blieb eher zurückhaltend.

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Nach Trumps Amtsantritt registrierten Beobachter in der Volksrepublik, dass der US-Präsident seine offiziellen Glückwünsche zum chinesischen Neujahrsfest erst mit tagelanger Verspätung abschickte und mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs telefonierte, zunächst aber nicht mit Xi.

Auf die Frage, ob die Bestätigung der Ein-China-Politik Vorbedingung für das Telefonat zwischen Trump und Xi gewesen sei, wollte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang am Freitag nicht direkt antworten. Er sagte nur, das Ein-China-Prinzip sei die Grundlage der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Tsais Sprecher Alex Huang sagte, Taiwans Regierung schätze die USA als wichtigsten Verbündeten und sei dankbar dafür, dass Washington dem Land in den vergangenen Tagen seine Unterstützung zugesichert habe.

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Die Asien-Spezialistin der Washingtoner Denkfabrik Center for Strategic and International Studies, Bonnie Glaser, nannte das jetzt zustande gekommene Telefonat einen wichtigen Schritt. „Es macht den Weg frei für den Einsatz der US- und der chinesischen Regierungen bei einer langen Reihe von Themen“, sagte sie. Möglicherweise habe ein wichtiges Kabinettsmitglied Trump davon überzeugt, dass die Ein-China-Politik sich nicht als Verhandlungsgegenstand eigne. Auch für Taiwan sei das eine Erleichterung.

Der frühere Chef der US-Handelskammer in China, James Zimmerman, warf Trump vor, sich mit Drohungen in fundamentalen Fragen gegenüber China selbst geschadet zu haben. „Das Endresultat ist, dass Trump der Welt nur gezeigt hat, dass er ein Papiertiger ist“, sagte er.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.02.2017, 08:32 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

G. Nampf

10.02.2017, 08:48 Uhr

Selbstverständlich gibt es nur ein nur ein China.

Aber die Insel, die die VR China beansprucht gehört nicht dazu. Sie heißt Taiwan und ist ein souveräner, eigener Staat.

Account gelöscht!

10.02.2017, 09:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

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