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11.03.2011

16:01 Uhr

Terminwunsch erfüllt

Berlusconi muss montags vor Gericht

Bisher konnte Italiens Premier Auftritte vor Gericht vermeiden. Das soll sich nun ändern. Die Mailänder Justiz gab seinem Wunsch nach. Nun hat er fast nur montags Prozesstermine - das aber für mehrere Monate.

Der Prozess um "Ruby" ist das spektakulärste Verfahren gegen Berlusconi. Quelle: dapd

Der Prozess um "Ruby" ist das spektakulärste Verfahren gegen Berlusconi.

MailandEin Bestechungsprozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ist am Freitag unmittelbar nach der Wiederaufnahme vertagt worden. Allerdings legte die Mailänder Justiz laut italienischen Medienberichten einen Terminkalender für die nächsten Monate vor - seinem eigenen Wunsch entsprechend soll der Cavaliere nun fast immer montags vor Gericht erscheinen. Am Freitag hielt Berlusconi sich wegen des Libyen-Sondergipfels der EU in Brüssel auf.

Die Verteidiger des 74-jährigen Medienmoguls hatten schon vor einer Woche erklärt, der Ministerpräsident wolle sich im Gerichtssaal persönlich verteidigen, sei allerdings nur montags abkömmlich. Beim nächsten Termin am 21. März könnte Berlusconi erstmals seit langem vor Gericht erscheinen.

Bei dem wieder aufgerollten Verfahren geht es um die Bestechung des ehemaligen Anwalts David Mills. Berlusconi soll dem Briten für Falschaussagen in den 1990er Jahren 600.000 Dollar (436.000 Euro) gezahlt haben. Im Fall Mills könnte Berlusconi eine schnelle Verurteilung drohen.

In der vergangenen Woche war bereits der Mediaset-Prozess wieder aufgenommen worden, in dem es um Steuervergehen beim Verkauf von Film- und TV-Rechten geht. Am 6. April soll das spektakulärste Verfahren gegen Berlusconi beginnen: Der "Ruby"-Prozess - wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer zur Tatzeit minderjährigen Marokkanerin.

Am Donnerstag hatte Berlusconis Kabinett den Entwurf für eine tief greifende Justizreform verabschiedet, die von Beobachtern und Opposition als ein Versuch gewertet wird, die Richter und Staatsanwälte zu schwächen. Medien sprachen am Freitag von einer "symbolischen Revanche".

Von

dpa

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