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15.10.2013

21:21 Uhr

Terror-Anschuldigung

Al-Libi plädiert auf nicht schuldig

In einer ebenso spektakulären wie umstrittenen Aktion haben die USA den mutmaßlichen Al-Kaida-Drahtzieher al-Libi vor seinem Haus gefangen genommen. In New York lehnte er jegliche Verantwortung für Verbrechen ab.

Anas al-Libi, zweiter von links, vor dem Richter in New York. ap

Anas al-Libi, zweiter von links, vor dem Richter in New York.

New YorkDas mutmaßliche libysche Al-Kaida-Mitglied Abu Anas al-Libi hat am Dienstag vor einem Bundesgericht in New York auf nicht schuldig plädiert. Er soll ein Drahtzieher der Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 gewesen sein. Der Richter erklärte, al-Libi würden Verschwörung zu Mord, Entführung, Verstümmelung, zur Zerstörung von fremdem Eigentum und zum Angriff auf US-Einrichtungen vorgeworfen.

Der 49 Jahre alte al-Libi nannte während des kurzen Gerichtstermins lediglich seinen Namen und bestätigte, dass er die juristischen Vorgänge verstehe. Auf keins der ihm zur Last gelegten Vergehen steht die Todesstrafe. Al-Libi äußerte sich auf Arabisch und bekam einen Übersetzer zur Seite gestellt. Er wirkte im Gerichtssaal müde und sprach mit rauer Stimme. Seiner Frau zufolge leidet der vierfache Vater an Hepatitis C.

Anas al-Libi, 49. ap

Anas al-Libi, 49.

Die Anklagevertretung erklärte, al-Libi sei eindeutig eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Da er keine Verwandten in den USA habe, bestehe Fluchtgefahr. Der Richter schickte al-Libi nach der kaum 15 Minuten langen Anhörung zurück in Untersuchungshaft und vertagte das Verfahren auf den 22. Oktober.

US-Spezialkräfte hatten al-Libi am 5. Oktober vor seinem Haus in der libyschen Hauptstadt Tripolis in einer umstrittenen Kommandoaktion gefasst und auf ein US-Kriegsschiff im Mittelmeer gebracht. Dort wurde er von Sonderermittlern verhört, ohne dass er einen Anwalt zur Verfügung hatte. Am Wochenende wurde er nach New York transferiert. Der US-Sender CBS berichtete, das Verhör sei abgekürzt worden, als al-Libi begann, Essen und Trinken zu verweigern.

Der Libyer soll 1993 unter anderem die US-Botschaft in Nairobi ausgekundschaftet haben. Bei den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania wurden fünf Jahre später mehr als 200 Menschen getötet. Al-Libi stand anschließend auf der Liste der meist gesuchten Verdächtigen der US-Bundespolizei FBI. Auf seine Festnahme war eine Belohnung von bis zu fünf Millionen US-Dollar (3,7 Millionen Euro) ausgesetzt.

Von

afp

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