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01.01.2011

11:29 Uhr

Terror

Dutzende Tote bei Bombenanschlägen in Ägypten und Nigeria

Bei der Explosion einer Autobombe vor einer Kirche in Ägypten sind 21 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Nach dem Anschlag kam es zu Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen. Auch in Nigeria kamen bei einer Bombenexplosion mehrere Menschen ums Leben.

HB ALEXANDRIA/ABUJA. Bei einem Bombenanschlag vor einer Kirche in Ägypten sind in der Nacht zu Neujahr mindestens 17 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Das Innenministerium bezichtigte einen Selbstmordattentäter mit Verbindungen ins Ausland der Tat in der Stadt Alexandria. Im November hatte die Al Kaida Anschläge an Kirchen angedroht. Kurz nach Mitternacht traf die Wucht der Detonation zum Ende einer Neujahrsmesse auch eine Moschee neben der Kirche.

Direkt nach dem Anschlag versammelten sich hunderte Christen zu Protesten auf den Straßen. Christen und Muslime bewarfen sich mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Präsident Husni Mubarak erklärte, Ziel des Anschlags seien Christen und Muslime gewesen. Es werde den Terroristen aber nicht gelingen, das Land zu destabilisieren.

Wenige Stunden nach der Tat verurteilte Papst Benedikt XVI. in seiner Neujahrsansprache Gewalt gegen Christen und forderte religiöse Freiheit und Toleranz. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich bestürzt. „Das zynische Vorgehen der Attentäter zeigt, wie notwendig es ist, entschlossen gegen Terroristen und religiöse Intoleranz vorzugehen“, teilte Westerwelle mit, der über die Feiertage in Ägypten war.

„Das sieht hier aus wie in Bagdad“

Die Wucht der Explosion war enorm: Vor dem Kirchengebäude lagen abgerissene Körperteile, Autos gingen in Flammen auf und Fensterscheiben zu Bruch. Zunächst hatte die Polizei von einer Autobombe gesprochen. „Es sieht hier aus wie in Bagdad“, sagte ein Augenzeug mit Verweis auf die grausamen Anschläge in der irakischen Hauptstadt nach dem Sturz Saddam Husseins. Die Zahl der Verletzten gaben die Behörden mit etwa 70 an.

Alle Getöteten waren ägyptische Staatsbürger. Von den 17 Opfern seien bislang zwölf als Christen identifiziert worden, bei den übrigen sei die religiöse Zugehörigkeit noch unklar.

Rund zehn Prozent der 79 Millionen Einwohner des mehrheitlich muslimischen Landes sind Christen. Die Zahl der Gewalttaten zwischen den religiösen Gruppen ist zuletzt angestiegen. Der Anschlag vom Neujahrstag hat Beobachtern zufolge aber eine andere Dimension. Das ägyptische Fernsehen berichtete, Alexandrias Gouverneur Adel Labib vermute Al-Kaida hinter der Planung des Anschlags.

Im September steht in Ägypten die Präsidentenwahl an. Mutmaßlich tritt der 82-jährige Mubarak erneut an. Er regiert das Land seit 1981.

Kommentare (1)

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berlo j.

02.01.2011, 00:26 Uhr

[1] Margrit Steer

Frau Steer, müssen Sie hinter jedem Anschlag den Türken, islam und MultiKulti verbinden. Solche Anschläge werden von keinem Land toleriert. Aber es ist ein Ergebnis der Amerikanischen Politik. bitte verstehen Sie mich nicht falsch! ich verabscheu solche Anschläge!!! Aber wenn man illegal in ein Land einmarschiert, und versucht die eigene Demokratie zu verkaufen, und möchte eigentlich nur die bodenschätze. in dem Zusammenhang ist doch nachvollziehbar, wenn einer der seine ganze Fam. bei den Angriffen verloren hat, in Hände von Al Kaida landet. Oder glauben Sie bei den misslungenen Anschlägen von unserer eigenen bundeswehr das die verbliebenen Frau Merken
die Hand schütteln werden.

ich habe einige ihre Kommentare gelesen, und kann diese Objektivität nicht erkennen. Wenn Sie bei jedem beispiel immer die gleichen in die Pfanne hauen, dann ist es irgendwann mal unglaubwürdig. Auch wenn Sie rassistische Grundgedanken vertreten, sollten Sie in ihrer Schreibweise etwas mehr Fingerspitzengefühl mit einbringen.

Es ist nicht immer so, dass die anderen die bösen sind. Uns hat keiner nach Afghanistan bestellt. Dort wird auch nicht Deutschland verteidigt. Aber trotzdem töten wir dort unschuldige Menschen.

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